Der Tod von Ludwig XIV.

Jean-Pierre Léaud in einer grandiosen Altersrolle als sterbender Sonnenkönig

Diskussion

Das muss man sich erst einmal trauen: Das Dahinsiechen eines über 70 Jahrzehnte regierenden Monarchen zum Zentrum eines meisterlich fotografierten Kostümdramas zu erheben. Was für eine Themenwahl! Der 1975 geborene spanische Underground-Regisseur Albert Serra landete damit 2016 prompt beim Filmfestival in Cannes. Jean-Pierre Léaud fällt die Rolle von Ludwig XIV. zu, der zwischen dem 9. August und dem 1. September 1715 hochbetagt die letzten Wochen seines Lebens im Bett zubrachte, gepeinigt von einem Wundbrand am linken Bein. Schon der räumliche Minimalismus der Situation macht sprachlos. Der erkrankte Sonnenkönig baut in dem stickigen Todeszimmer rapide ab, kann kaum noch gehen, hat keinen Appetit, verlangt in den schlaflosen Nächten nach Wasser und regiert im Liegen. Je stummer er wird, desto vielstimmiger gerät das Getuschel der mit jeder Geste ergebenen Höflinge, Kurtisanen, Priester und Diener um ihn he

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren