Unter den Ausflügen von Regisseur Brian de Palma in das Gangsterfilm-Genre ist "Carlitos Weg" von 1993 vielleicht am wenigsten bekannt, möglicherweise aber der vielschichtigste. Dazu tragen die präzise ausgemalte Milieuschilderung und die Charakterstudien bei, insbesondere von Al Pacino als Carlito Brigante.
Dieser ist als Drogenhändler zu 30 Jahren Haft verurteilt, wird aber schon nach fünf wegen eines Formfehlers wieder entlassen. Seine Absicht ist es, das unverhoffte Geschenk der Freiheit zu nutzen, um ehrlich zu werden. Doch unweigerlich gerät er wieder in Kontakt mit dem Gangstermilieu, insbesondere jungen Heißspornen, die von ihm nie gehört haben, sich aber ähnlich verhalten wie er in seinen jungen Jahren. Zudem lässt ihn sein zwielichtiger Anwalt Kleinfeld (Sean Penn) nicht in Ruhe.
Der höchst dicht inszenierte Film nimmt sich die Zeit, um die Mechanismen auszuloten, die einen Mann wieder ins Verbrecherdasein zurückziehen, auch wenn seine Absichten zur Läuterung noch so gut waren. Mit grellen Szenen und Zitaten hält sich de Palma dabei zurück, bis er mit einer furiosen Schlusssequenz aufwartet. – Ab 16.