Ein deutsches Filmteam reist in eine Kleinstadt im Nordosten der Türkei. Ihr Thema, erklärt die Regisseurin Simone (Katja Bürkle), wären „immaterielle Denkmäler“. Der Film soll zeigen, wie Angehörige die Erinnerung an ihre verschwundenen Liebsten wachhalten. In einem kurdischen Bergdorf im Nordosten der Türkei wird die Crew Zeuge eines Rituals, mit dem eine Mutter die Erinnerung an ihren verschollenen Sohn aufrechterhält, der vor langer Zeit verschwunden ist. Als ein siebenjähriges Mädchen plötzlich Dinge über den ungelösten Fall zu kennen glaubt, bringt es seine Familie in Gefahr.
Ayşe Polat erzählt ihr Drama, das um ein Generationen umspannendes Trauma kreist, aber nicht als übersichtlich-stringente Story. Nach einer halben Stunde und mit der Einblendung „Kapitel 2“ nimmt ihr Film eine abrupte Wendung zum Spionage-Thriller; zusammen mit ihrem Kameramann Patrick Orth spinnt sie ein immer dichter werdendes Bilder-Netz, indem in drei Kapiteln dasselbe Geschehen immer wieder von Neuem ins Visier genommen wird, aus unterschiedlichen und teils ungeklärten Perspektiven. - Sehenswert ab 16.