Am Abend des 13. Februar feierte im Berlinale Palast ein Spielfilmdebüt Premiere: „Everybody Digs Bill Evans“ ist der erste fiktionale Film des 1964 geborenen britischen Filmemachers und Fotografen Grant Gee, der bisher mit dokumentarischen Arbeiten von sich reden gemacht hat. Gees Liebe gehört der Musikszene; bekannt wurde er u.a. durch eine Dokumentation über die Band Radiohead („Meeting People Is Easy“). Und so wundert es nicht, dass auch sein erster Spielfilm im Musiker-Milieu spielt: „Everybody Digs Bill Evans“ ist ein Film über den Modern-Jazz-Pianisten Bill Evans (1929-1980, der sich beruhend auf dem Roman „Intermission“ von Owen Martell spekulativ auf eine Phase in Bill Evans‘ Leben fokussiert, in der sich dieser für einige Monate aus der Öffentlichkeit zurückzog, um den für ihn traumatisierenden Unfall-Tod des Bassisten Scott LaFaro verarbeiten zu können, der mit ihm und dem Schlagzeuger Paul Motian im Trio arbeitete.
Der Film erzählt davon, wie Evans, gespielt vom norwegischen Darsteller Anders Danielsen Lie, nach dem Verlust des Kollegen, mit dem er musikalisch eine intuitive Verbindung hatte, den Boden unter den Füßen zu verlieren und in die Drogensucht abzustürzen droht. Doch verschiedene Unterstützer versuchen, ihm aus der Krise zu helfen. Das Musiker-Drama beeindruckt dadurch, einen kraftvollen filmischen Ausdruck für die musikalische Arbeit Evans zu finden, ist aber nicht frei von Klischees vom kreativen Genie als Schmerzensmann.
Eine ausführliche Filmkritik zu „Everybody Digs Bill Evans“ finden Sie hier.