Unter den deutschen Fernsehkrimis stechen die Filme des Regisseurs Lars Becker durch ihre ambitionierte Machart, ihre gebrochenen Figuren und ihre geradlinigen Plots heraus.; das gilt nicht zuletzt für seine ab 2017 enstandenen "Der gute Bulle"-Filme rund um Armin Rohde als alkoholkranker Berliner Kriminalbeamter Fredo Schulz. Eine Ermittlerfigur, die vom Leben gezeichnet ist, sich aber, wenn sie sich erstmal in einen Fall verbissen hat, keine Ruhe gibt, bevor er nicht gelöst ist.
Zu Beginn von „Heaven can wait“, dem vierten Film der Reihe, verschärft sich die Situation von Fredo Schulz: Ein Arzt sagt ihm, dass seine Bauchschmerzen, über die er seit längerem klagt und die er mit Medikamenten zu unterdrücken versucht, auf eine Darmkrebserkrankung zurückzuführen sind. Da der Tumor bereits gestreut hat, müsse er schleunigst eine Strahlen- und Chemotherapie antreten, wolle er seine Lebenszeit um mehr als drei Monate verlängern. Nichtsdestotrotz lässt Schulz sich nicht davon abhalten, sich in die Ermittlungen am Mord an einem Sicherheitsmann zu stürzen. Dieser stand im Dienst eines Immobilienmaklers, der allerlei krumme Geschäfte ausführt.
Das Herzstück auch dieses Teils der düster-rauen Reihe ist die tragisch gebrochene Hauptfigur. Deren Hilflosigkeit angesichts einer tödlichen Krankheit nach jahrelanger Alkoholabhängigkeit und Verletzungen im Dienst erheben den Film mitunter zu einer packenden Charakterstudie, die mit dem Handlungsrest allerdings nicht immer in Einklang gebracht wird. - Ab 16.