Joan Noele Gordon (1919-1985) war ein Urgestein britischer Fernsehgeschichte. Sie hob 1956 den Sender ATV Midlands mit aus der Taufe, interviewte als erste Fernsehmoderatorin einen britischen Premierminister – Harold Macmillan –und avancierte in den 1960er-Jahren zum Soap-Opera-Star: Ab 1964 spielte sie in der Endlos-Serie „Crossroads“ die Motelchefin Meg und lockte damit ein Millionenpublikum vor die Bildschirme. Doch 1981, als der Sender in Central Independent Television umgewandelt wurde, feuerte man Meg und schrieb ihre Paraderolle aus „Crossroads“ heraus.
Der Dreiteiler „Nolly“, mit dem Autor Russel T. Davies und Regisseur Peter Hoar dem Soap-Opera-Star ein Denkmal setzen, lässt in ein paar Rückblenden Noeles Glanzzeit lebendig werden, konzentriert sich vor allem aber auf die letzten Jahre ihres Lebens: auf das schmerzhafte Ausscheiden aus „Crossroads“ und das Wagnis, danach mit über 60 noch einmal eine Bühnenkarriere zu versuchen. Nollys Geschichte, von Helena Bonham Carter kongenial zum Leben erweckt, ist das zutiefst berührende Porträt einer Frau, die sich in einem Alter, in dem andere schon den Ruhestand planen, neu erfinden muss. Zugleich isr der Mehrteiler ein Zeitbild davon, wie damals Fernsehen gemacht wurde, und eine bissige Abrechnung mit der Misogynie der TV-Branche. - Ab 14.