In einer Stadt in Nordindien wird ein Mordfall durch die Augen der jungen, unerfahrenen Polizistin Santosh Saini (Shahana Goswami) aufgerollt. Ihre Arbeit hat sie von ihrem Mann geerbt, der im Polizeidienst ums Leben kam, aufgrund einer sogenannten Mitleidsrekrutierung kann sie nun seinen Beruf ausüben. Der Tod einer sogenannten Unberührbaren offenbart die schier unüberwindlichen Gräben innerhalb der Gesellschaft, die nicht nur durch Kasten und Religionen, sondern auch durch Vorurteile und soziale Ungleichheit geprägt sind sowie durch die Ungleichheit der Geschlechter.
Der spannende, gesellschaftskritische Krimi von Sandhya Suri punktet mit atmosphärischer Dichte und offenbart ohne Sensationslust die Tabus der indischen Gesellschaft. Er ist ganz aus der Sicht seiner Hauptfigur erzählt, die im Verlauf ihrer Ermittlungen schmerzhafte Erkenntnisse sammelt und ihre moralische Unschuld verliert. Als moderne Frau hat sie sich auch eine geistige Mobilität bewahrt, zu der ein Rest Zweifel gehört, den ihre ältere Kollegin Sharma (Sunita Rajwar) längst abgelegt hat. Sharma tritt zwar kämpferisch auf, hat sich aber in einem zynischen Pragmatismus samt ideologischer Radikalisierung eingerichtet. - Sehenswert ab 16.