Die introvertierte 16-jährige Slowenin Lucija (Jara Sofija Ostan) aus einer streng katholischen Familie fährt mit ihrem Chor zu einem Probenwochenende in ein Kloster. Dort verliebt sie sich in die selbstbewusste Mitsängerin Ana-Marija (Mina Švajger), bemerkt aber auch ein körperliches Verlangen nach einem jungen Restaurator. Während die Erwachsenenwelt verkrampft bis aggressiv die Restriktionen der katholischen Sexualmoral weiterträgt, emanzipieren sich die Jugendlichen.
Der thematisch bekannte Stoff wird in dem Coming-of-Age-Film von Urška Djukić mit beeindruckendem Gestaltungswillen und Einfühlsamkeit vermittelt. Über Blicke und Berührungen erschließt sich die innere Zerrissenheit der Hauptfigur in einer kleinen Geschichte über große Umwälzungen, individuell wie auch gesellschaftlich. Zugleich ist er ein großes, starkes Statement dazu, was restriktive Strukturen mit Menschen und ihrem Umgang miteinander anrichten können. – Sehenswert ab 14.