Jens Hinrichsen

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Lustige Ladys

In den 1930ern verkörperten Mae West, Rosalind Russell und Carole Lombard im Komödienfach sehr unterschiedliche Frauentypen – West als provokative Sexbombe, Russell als kompetentes Working Girl und Carole Lombard als unkonventionell-bezauberndes Temperamentsbündel. Dabei fand jede auf ihre Weise Wege, Widerstand gegen hergebrachte Genderbilder zu leisten. Eigentlich sollte die „Berlinale“-Retrospektive 2021 die drei Diven hochleben lassen; wegen der Corona-Turbulenzen wurde dies auf 2022 verschoben. Der lesenswerte Band zur Retro ist indes schon erschienen.

Von Jens Hinrichsen

Entsagung & Ekstase - Eine Installation von Pauline Curnier Jardin

So viel Entsagung war lange nicht mehr. Auf Nähe, Umarmungen oder schlichtes Miteinander muss man seit eineinhalb Jahren weitgehend verzichten. Dazu passt die filmische Installation „Fat to Ashes“, die jetzt im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen ist. Die französische Künstlerin Pauline Curnier Jardin geht darin dem Zusammenhang von Askese und Rausch, Eros und Thanatos nach, wozu karnevaleske Grenzüberschreitungen, der Schock des Aschermittwochs und auch die Brüste der Heiligen Agatha gehören.

Von Jens Hinrichsen

Hollywoods liebste Hassfigur - Erich von Stroheim

Als Schauspieler in Schurken-Rollen verdiente er sich den Titel „The man you love to hate“, und auch als Regisseur machte er sich bei den Produzenten mit seinen maßlosen Ansprüchen unbeliebt: Der aus Wien stammende Filmemacher Erich von Stroheim war das „enfant terrible“ im Hollywood der Goldenen Ära. Der Streamingdienst Mubi erinnert im April mit zwei Filmen an ihn: „Foolish Wives“ ist seit 12. April zu sehen; der von ihm begonnene Film „Merry-Go-Round“ folgt am 28. April.

Von Jens Hinrichsen

In your Mind

Benjamin Heisenberg ist durch Werke wie "Der Räuber" und "Über-Ich und Du" als Filmemacher bekannt, aber auch als bildender Künstler aktiv. Die Galerie Ebensperger präsentiert aktuell in Berlin seine Soloausstellung „Americana“, in der sich Heisenberg mit amerikanischer Kultur und nicht zuletzt auch mit US-Filmen von Altmeister Alfred Hitchcock kreativ auseinander setzt.

Von Jens Hinrichsen

Nachruf auf Christopher Plummer

Als einer der bedeutendsten Interpreten des amerikanischen Theaters schätzte der kanadische Schauspieler Christopher Plummer das Kino als Spielbühne, um in kleinen und großen Auftritten unterschiedlichste Charaktere zu zeichnen. Von seinem Publikumserfolg in „Sound of Music“ über hinreißende Leinwandschurken bis zu grandiosen Altersrollen prägte er das Kino über knapp sechs Jahrzehnte mit nie versiegender Vielseitigkeit. Ein Nachruf.

Von Jens Hinrichsen

Der Mann aus London: Ein Comic über Alfred Hitchcock

Im Splitter-Verlag ist der erste Band einer Alfred-Hitchcock-Graphic-Novel erschienen, der sich sowohl der frühen Jahre des berühmten Regisseurs wie auch der schwarz-weißen Filme aus dieser Phase annimmt. Mit vielen biografischen Anekdoten und aufschlussreichen „Making of“-Vignetten über die ersten schwarz-weißen Filme.

Von Jens Hinrichsen

Es geschah in einer Kino-Nacht - Clark Gable

„Dear Mr. Gable, You Made Me Love You“, flötete Judy Garland in „Broadway Melody of 1938“ – und sang vielen Zeitgenossinnen aus dem Herzen: Clark Gable war in den 1930er-Jahren der „King of Hollywood“, gipfelnd in seiner Verkörperung des Rhett Butler in „Vom Winde verweht“. Der Machismo der Glücksritter, die er immer wieder verkörperte, fällt aus heutiger Sicht zwar oft in die Kategorie „toxische Männlichkeit“; die ironische Lässigkeit und das Charisma des Stars sind indes noch immer reizvoll.

Von Jens Hinrichsen