Das Leben ist eine Baustelle

Komödie | Deutschland 1997 | 116 Minuten

Regie: Wolfgang Becker

Ein junger Schlachter wird in Berlin in eine Auseinandersetzung Autonomer mit der Polizei verwickelt, bei der er sich verliebt, im Gefängnis landet, eine saftige Geldstrafe aufgebrummt bekommt, seinen Job verliert und eine ungewöhnliche Freundschaft wagt. Ein episodenhafter Film, pendelnd zwischen Komik und Melancholie. Er lebt von der Präzision seiner Beiläufigkeit und zeichnet in einer geschickt verknüpften Folge von Einzelschicksalen ein nüchternes Bild vom Leben in der deutschen Hauptstadt. Ein bemerkenswert anregender Versuch, Alltagswirklichkeit und das Schwinden sozialer Beziehungsmuster im Medium der Komödie zu reflektieren. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1997
Regie
Wolfgang Becker
Buch
Wolfgang Becker · Tom Tykwer
Kamera
Martin Kukula
Musik
Jürgen Knieper
Schnitt
Patricia Rommel
Darsteller
Jürgen Vogel (Jan Nebel) · Christiane Paul (Vera) · Ricky Tomlinson (Buddy) · Christina Papamichou (Kristina) · Rebecca Hessing (Jenni)
Länge
116 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Komödie

Heimkino

Verleih DVD
BMG (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Patchwork, Bricolage, Generation X. Die Ausdrücke sind so bunt wie das Phänomen, das sie beschreiben wollen: Lebensläufe im Zeichen der Postmoderne, Biografien, in denen das Fragment zum dominierenden Strukturmerkmal geworden ist. In den deutschen Komödien der letzten Jahre fand die fortschreilende Auflösung sozialer Formen, die früher einmal den Lebenszusammenhang garantieren sollten, primär nur einen Niederschlag: in der kraftraubenden Anstrengung nämlich, Brüche und Katastrophen hinter dem Blendwerk einer modischen Passade unsichtbar zu machen. Die Konjunktur von Designer-Kleidung, Lifestyle-Chic und dem ganzen Yuppie-Gehabe inklusive ihrer filmischen Verstärkung läßt sich auch als Reaktion auf den grundlegenden Wandel und der sich daraus ergebenden Verunsicherung analysieren. In Wolfgang Beckers Film hingegen taucht solche Strategie nur als ironisches Zitat auf, als desillusionierender Kommentar am Rande, wenn Models im Halbdunkel menschenleerer Straßen von Plakatwänden lächeln oder biedere Hausfrauen bei der Dessous-Show daheim erregt ins Kichern verfallen. Ansonsten hält der Film, wa

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