Im Körper des Feindes

Action | USA 1997 | 138 Minuten

Regie: John Woo

Nachdem ein FBI-Mann seinen Todfeind, einen internationalen Terroristen, zur Strecke gebracht hat, läßt er sich dessen Gesicht implantieren, um an Informationen über ein Giftgasattentat zu gelangen. Als der Terrorist aus dem Koma erwacht und sich derselben Technik bedient, haben beide ihr Aussehen und ihre Position getauscht: der Polizist sitzt im Gefängnis, der Terrorist in der FBI-Zentrale. Ein fulminantes, rauschhaftes Action- und Gewaltkino, mit dem Regisseur John Woo an sein Frühwerk anknüpft. Mit seiner distanzierten filmischen Sprache aus choreografierter Zerstörung, stark variierendem Zeittempo und einer meisterhaften Montage erzählt der Film reizvoll auch von menschlicher Identität und ihrer Dialektik.

Filmdaten

Originaltitel
FACE/OFF
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1997
Regie
John Woo
Buch
Mike Werb · Michael Colleary
Kamera
Oliver Wood
Musik
John Powell
Schnitt
Christian Wagner
Darsteller
John Travolta (Sean Archer) · Nicolas Cage (Castor Troy) · Joan Allen (Eve Archer) · Gina Gershon (Sasha Hassler) · Alessandro Nivola (Pollux Troy)
Länge
138 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Genre
Action

Heimkino

Verleih DVD
Buena Vista (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Im fünften Jahr seiner amerikanischen Emigration scheint das Kino John Woos wieder zu sich gefunden zu haben. Sein Faible für melodramatische Zuspitzungen, die Nähe zu sentimentaler Ikonografie und seine unbestrittene Meisterschaft, Actionsequenzen wie kein anderer in schwerelose Choreografien zu verwandeln, verbinden sich im jüngsten Opus erstmals nahtlos mit den Topoi Hollywoodscher Gangsterfilme - und deren Gigantomanie. Frei von jeder materiellen Begrenzung kann sich Woos Drang entfalten, alles in Bewegung aufzulösen und das Ensemble der Wirklichkeit immer wieder in grandiose Todes- und Zerstörungstänze zu verwandeln. Gleichzeitig ist ihm nicht verwehrt, die atemlosen "Martial-Art"-Sequenzen in jener Weise zu stilisieren, die direkt an seine früheren Hongkong-Filme anknüpfen. Das beginnt beim Thema, der spiegelverkehrten Bezogenheit beider Antagonisten, und setzt sich bis in einzelne Bildmotive und - einstellungen wie flackernde Kerzen, weiße Tauben oder die elegischsakrale Zeitlupe fort. Die Vorliebe des Regisseurs, seine einsamen, verschlossenen Figuren durch kleine Ticks oder Accessoires zu identifizieren, paßt perfekt ins populäre Genrekino. Sieht man von einigen inhaltlichen Eigenheiten wie der am Ende bestärkten Kleinfamilie oder dem Nebenpart einer heranwachsenden Tochter ab, so sticht

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