Traffic - Macht des Kartells

- | USA 2000 | 147 Minuten

Regie: Steven Soderbergh

Zwischen Mexiko, Kalifornien und dem Osten der USA sind drei Handlungsstränge angesiedelt, die ein breit angelegtes Bild vom Kampf gegen die Drogenkartelle und den am Weg zurückbleibenden Opfern entwerfen. Der komplex und anspruchsvoll strukturierte Film geht dabei ehrlicher vor als andere Hollywood-Erzeugnisse, ohne freilich auf melodramatische Effekte zu verzichten. Damit wurde dem ehrgeizigen und kritischen Konzept eine zuschauerfreundliche Maske übergestülpt, die auch noch das Hässliche konsumierbar macht. So vermittelt der Film zwar durchaus Anregungen zu eigenem Nachdenken, geht aber in der Darstellung letzter Konsequenzen nicht weit genug. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
TRAFFIC
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2000
Regie
Steven Soderbergh
Buch
Stephen Gaghan
Kamera
Peter Andrews
Musik
Cliff Martinez
Schnitt
Stephen Mirrione
Darsteller
Michael Douglas (Robert Wakefield) · Don Cheadle (Montel Gordon) · Benicio Del Toro (Javier Rodriguez Rodriguez) · Luis Guzmán (Ray Castro) · Dennis Quaid (Arnie Metzger)
Länge
147 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein Feature mit nicht verwendeten Szenen (7 Min.). Sowohl der US-Import als auch der GB-Import beinhaltet mit insgesamt 25 geschnittene Szenen die umfangreichere Sammlung.

Verleih DVD
Splendid/Ascot (16:9, 1.78:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Hollywoods standhafte Kinohelden sind hinter den Drug Lords, den reichen Drahtziehern des internationalen Drogenhandels, schon so lange her, wie es Actionfilme gibt. Der Kampf gegen die Drogenkartelle erstreckt sich von „Brennpunkt Brooklyn“ (fd 17 686) über „James Bond 007 - Lizenz zum Töten“ (fd 27 746) bis zu Tom Clancys „Das Kartell“ (fd 31 003). Die Stereotype der amerikanischen Filmindustrie im Umgang mit dem Rauschgiftproblem sind ebenso allgemein bekannt wie die Regierungspolitik, die den „war on drugs“ schon zu Zeiten der Nixon-Administration erklärte und bis heutigen Tag aufrecht erhält. Das Ergebnis dieser Politik sind 400.000 Amerikaner, die wegen Verstoßes gegen das Drogengesetz hinter Gittern sitzen und von denen 85 Prozent rückfällig werden, sobald sie entlassen sind, während an der Front des Drogenhandels alles beim Alten bleibt. Die Unlogik des „war on drugs“ hat in den letzten Jahren zu Reformvorschlägen und Volksabstimmungen geführt, ohne dass sich in Washington etwas geändert hätte. Die Filme der Hollywood-Studios, die sich mit dem Thema befassen, weichen der Konfliktstellung aus. Kein Wunder deshalb, dass sich Steven Soderbergh für sein Projekt eines „ehrlichen“ Drogenfilms nur Absagen holte, bis er es schließlich bei einem Außenseiter unterbringen konnte. Die Handlung basiert auf einer zwölf Jahre alt

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