Peppermint Candy

Drama | Südkorea 1999 | 129 Minuten

Regie: Lee Chang-dong

Ein Mann taucht 1999 vollkommen verzweifelt bei einem Treffen ehemaliger Klassenkameraden auf und klettert mit selbstmörderischen Absichten auf eine Eisenbahnbrücke. Der Film rollt, indem er sich in Etappen rückwärts zwanzig Jahre in die Vergangenheit des Mannes vortastet, auf, was ihn zu seiner Verzweiflung getrieben hat, und entwirft das Bild eines Lebens falscher Entscheidungen. Deren Auslöser führt der Film schließlich zurück auf eine schuldhafte Verstrickung des Protagonisten in die blutige Niederschlagung studentischer Proteste in den 1980er-Jahren beim sogenannten Gwangju-Aufstand. Dabei entwirft der Film das packende, zutiefst melancholische Bild einer kapitalistischen, machtorientierten Welt und ihres verderblichen Einwirkens auf ein Individuum. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
PEPPERMINT CANDY
Produktionsland
Südkorea
Produktionsjahr
1999
Regie
Lee Chang-dong
Buch
Lee Chang-dong
Kamera
Kim Hyung-koo
Musik
Lee Jae-jin
Schnitt
Kim Hyung-koo
Darsteller
Sol Kyung-gu (Yongho) · Moon So-ri (Sunim) · Kim Yeo-jin (Hongja) · Suh Jung (Miss Lee) · Kim In-kwon (Sergeant Lee)
Länge
129 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Der Film erschien als Bonusmaterial zur Mediabook-Edition zum Film „Burning“ (Capelight).

Verleih Blu-ray
Capelight (16:9, 2.00:1, dts-HDMA korea.)
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Diskussion

In der jüngeren Filmgeschichte gibt es einige Beispiele für Filme, die eine Chronologie umkehren, sozusagen „rückwärts“ verlaufen. „5 x 2 von François Ozon, „Irreversibel von Gaspar Noé oder „Memento von Christopher Nolan sind die bekanntesten Beispiele. Was diese Filme eint, ist ein Effekt, den sie aus ihrer Umkehrung erhalten. Es ist kein besonders reichhaltiger Effekt, verweist er doch lediglich auf Dinge wie Erinnerung, Schicksal, Zufall oder das Drama der vergehenden Zeit, also allesamt Elemente des filmischen Erzählens, die man auch herkömmlicher erzeugen könnte. Dennoch entwickelt sich um diese Filme eine Art Kult, sie begehen einen Regelbruch, um zu beweisen, dass das gar kein Regelbruch ist. Das gilt auch für „Peppermint Candy“, d

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