Thema des Films ist eigentlich die Liebe, vorerst aber spielt sie keine Rolle: Die romantische Komödie will sich zunächst aufs Komödiantische beschränken, bevor dann die Romanze per Definition doch noch mit aller Gewalt ausbricht. „Besser geht’s nicht“
(fd 32 980) war ein ähnlicher, deutlich geglückterer Versuch, die eigentliche Handlung möglichst lange zu kaschieren; aber auch „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ ist über weite Strecken origineller als die meisten Genrevariationen, die derzeit den Markt überschwemmen. Alles beginnt mit einer Wette: Werbecrack Ben Berry drängelt sich in ein Arbeitstreffen, in dem sein Agenturchef mit zwei von Bens Kolleginnen eine große Werbekampagne für Diamanten bespricht. Für den gut aussehenden, selbstbewussten Profi ist es unverständlich, warum er nicht den Job bekommen soll, nur weil Frauen ein vermeintlich größeres Einfühlungsvermögen für diese Ware besitzen. Um zu beweisen, dass er bestens versteht, was Frauen wollen, wettet er für den Preis des Auftrags, dass er bis zur nächsten Firmenparty binnen zehn Tagen eine beliebige Frau in der Bar verführen und für sich gewinnen kann. Bereits Minuten später sieht er sich am Ziel seiner Planung. An der Bar steht Andie Anderson, die, von seinem Charme bezirzt, sofort einwilligt, das überlaute Lokal zugunsten eines ruhigeren Platzes zu verlassen. Was Ben nicht ahnt, ist, dass die attraktive, nicht minder selbstbewusste Andie ganz andere Pläne verfolgt. Bei ihr begann alles mit einem Auftrag: Als Kolumnistin einer Frauenzeitschrift ist sie Fachfrau für Rat, Tat und bissige Kommentare. In einer der Redaktionssitzungen bringt sie ihre Freundin und Redaktionskollegin auf die Idee für einen Artikel über die Gründe für gescheiterte Beziehungen. Geschickt und reißerisch verpackt sie das Thema in die Überschrift „Wie vergraule ich einen neuen Freund in zehn Tagen?“ und bietet sich aus Recherchegründen selbst als Versuchsobjekt an.
Der Grund, warum Donald Petries Komödie nicht „Wie erobere ich eine Frau in zehn Tagen“ heißt, liegt wohl zum einen darin, dass der Film nichts mit all den pubertären Komödien um „American Pie“
(fd 34 042) oder Freddie Prinze jr. zu tun haben will, die genau dies durchexerzieren; zum anderen kokettiert er selbstredend mit jener Zielgruppe, die eine romantische Komödie zum Kassenerfolg werden lässt: den Frauen. Schon im Vorspann, der durchgestylt ist wie moderne Frauenzeitschriften, sowie im Entrée, das die Protagonistin mit ihren Kolleginnen einführt, wird die Nähe zur Erfolgsserie „Sex & the City“ spürbar. Inhaltlich bedient sich der Film eines klugen Kniffs: Dadurch, dass es (zunächst) weder Andie noch Ben mit der Beziehung ernstmeinen, entsteht ein spielerischer Freiraum für ungezwungene komödiantische Sticheleien, ohne dass für die Autoren die Gefahr bestünde, durch Übertreibungen die (Selbstwert-)Gefühle der Geschlechter zu verletzen. So darf sich die Frau unsäglich dämlich anstellen, um den Mann los zu werden; dieser darf die absurdesten Dinge tun, um die Frau für sich zu gewinnen, und beide dürfen im jeweiligen Freundeskreis frei von der Leber weg übereinander herziehen. So gesehen, ist dies eine durchaus intelligente Komödie, die den Geschlechtern schonungslos den Spiegel vor Augen führt, ohne sie zu diskreditieren. Freilich hat dieses Spiel in dem Augenblick ein Ende, in dem die beiden wahre Gefühle füreinander entwickeln. Es bleibt fraglich, ob zwei Menschen, die sich über weite Strecken derart genervt und betrogen haben, plötzlich doch ihre Liebe füreinander entdecken; solche aufgesetzte Wendung erscheint umso mehr vom Gerne diktiert, weil die emotionale Heftigkeit zum Finale hin zunehmend forciert wird, und so zerstört das letzte Drittel das, was zuvor mit Leichtigkeit erarbeitet wurde. Indirekt illustriert „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ im übrigen, weshalb eine Fernsehserie wie „Sex & the City“ so erfolgreich war: Dort kann man sicher sein, dass nach 45 Minuten niemand glücklich vor dem Traualtar stehen muss, weil sich die Folge dem Ende nähert und der tragikomische Geschlechterkampf jede Woche aufs Neue beginnt.