Der Maschinist

Drama | Spanien 2004 | 101 Minuten

Regie: Brad Anderson

Ein Einzelgänger pendelt apathisch zwischen Arbeitsplatz und seinem düsteren Apartment. Seit Wochen und Monaten hat er nicht mehr geschlafen, und auch die Handlung scheint stillzustehen, bis die Jagd nach einem Mann, den nur er gesehen haben will, für Bewegung sorgt. Immer schneller wechseln nun die Perspektiven zwischen Wahn und Wirklichkeit. Ein brillanter Thriller, in dem der Antiheld auf der abschüssigen Bahn ins eigene Ich immer mehr den Halt verliert und dabei klassisch-freudianisch zu sich selbst zurückfindet. Die eindrucksvoll inszenierte und gespielte seelische Krankengeschichte erweist sich erst am Ende als zu leichtgewichtig, um dem zuvor ausgebreiteten Trauma zu genügen.

Filmdaten

Originaltitel
THE MACHINIST
Produktionsland
Spanien
Produktionsjahr
2004
Regie
Brad Anderson
Buch
Scott Kosar
Kamera
Xavi Giménez
Musik
Roque Baños
Schnitt
Luis de la Madrid
Darsteller
Christian Bale (Trevor Reznik) · Jennifer Jason Leigh (Stevie) · Aitana Sánchez-Gijón (Marie) · John Sharian (Ivan) · Michael Ironside (Miller)
Länge
101 Minuten
Kinostart
21.10.2004
Fsk
ab 16; f
Genre
Drama

Heimkino

Die Standard-Edition hat keine bemerkenswerten Extras. Die schön edierte Special Edition (2 DVDs) besitzt hingegen, neben einem 12-seitigen Booklet mit einem Interview des Hauptdarstellers, eine Reihe von bemerkenswerten Bonusmaterialien: U.a. einen analytischen Audiokommentar des Regisseurs, acht z.T. mit einem dt. untertitelbaren Audiokommentar versehene, im Film so nicht verwendete Szenen (12 Min.) sowie ein überdurchschnittlich informatives "Making of" (31 Min.). Die Special Edition ist mit dem Silberling 2005 ausgezeichnet.

Verleih DVD
e-m-s (16:9, 2.23:1, DD5.1 engl./dt., dts dt.)
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Diskussion
Ein Problem treibt Affektmörder und Drehbuchautoren gleichermaßen um: Wie werde ich den Leichnam still und heimlich wieder los? Allerdings scheiden sich an diesem Punkt auch schon die Geister. Während für den Verbrecher von nebenan keine Schönheitspreise zu gewinnen sind, erwartet man im Mainstream-Kino von der Ästhetisierung seiner Taten eine gewisse Originalität. Nur schweren Herzens dürfte ein Drehbuchautor seine Missetäter daher zu Tranchiermesser und Koffer greifen lassen oder gar den zusammengerollten Teppich, aus dem ein Paar Füße ragt, aus der Mottenkiste holen. Wenn sich aber ein über weite Strecken brillanter Thriller wie „The Machinist“ gleich in den ersten Einstellungen dieses dümmsten aller Mordklischees bedient, dann steckt mehr als literarische Verlegenheit dahinter. Die Frage, wer eigentlich im Teppich zur letzten Ruhe g

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