Requiem (2005)

- | Deutschland 2005 | 92 Minuten

Regie: Hans-Christian Schmid

Anfang der 1970er-Jahre nimmt eine junge Frau vom Land, die an Epilepsie leidet, in Tübingen ein Pädagogikstudium auf. Sie findet Anschluss und blüht sichtlich auf, zumal sie bald einen Verehrer hat. Doch der Zwiespalt zwischen ihrer strengen Herkunft und den neuen Freiheiten der Stadt setzen ihr zu. Eines Morgens bricht sie zusammen und glaubt, von Dämonen verfolgt zu werden. Allerdings findet sie keine Sprache, ihre Nöte beim Namen zu nennen, nur die Angstbilder einer erstarrten Frömmigkeit, die sie gegen sich selbst wendet. Das raue, bedrängende Seelendrama lässt durch seine stringente Gestaltung unmittelbar am Schicksal der Protagonistin teilhaben. Besonders beeindruckt die Abkehr von gängigen Exorzismus-Klischees, wodurch die ungelösten Spannungen ins seelische Erleben und seine familiären Kontexte zurückgebunden bleiben. (Kinotipp der katholischen Filmkritik) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2005
Regie
Hans-Christian Schmid
Buch
Bernd Lange
Kamera
Bogumil Godfrejów
Schnitt
Hansjörg Weissbrich · Bernd Schlegel
Darsteller
Sandra Hüller (Michaela Klingler) · Burghart Klaußner (Karl Klingler) · Imogen Kogge (Marianne Klingler) · Friederike Adolph (Helga Klingler) · Anna Blomeier (Hanna Imhof)
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs und der Hauptdarstellerin sowie ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen.

Verleih DVD
X Verleih/Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Der Teufel ist aus der Mode gekommen. Zumindest im öffentlichen Diskurs wird kaum jemand den „Leibhaftigen“ bemühen, um Kriege, Hass und anderes Unheil zu erklären. Doch auch im kirchlichen Raum hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass die Rede vom Satan primär ein Sinnbild für lebensfeindliche Strukturen ist, eine metaphorische Umschreibung für die Erfahrung, mitunter ohnmächtig dem Bösen ausgesetzt zu sein. Im Kino dagegen behaupten sich die Mächte der Finsternis ziemlich ungebrochen, wobei die Grenzen zwischen Fantasy und Horror, zwischen Monstern, Dämonen, Geistern und anderen Abkömmlingen der Unterwelt fließend sind. Mit den unheimlichen Bilderwelten dieser Genres verbindet man in der Regel jedoch keine metaphysischen Sachverhalte, die über die Leinwand hinaus Relevanz beanspruchen würden: Nach zwei Kinostunden ist der Spuk vorbei. Das gilt im Grunde auch für Exorzismus-Filme, selbst wenn im Gefolge von William Friedkins Klassiker „Der Exorzist“ (fd 18 987) in den 1970er-Jahren diese Differenz zeitweise nicht mehr verstanden wurde. Vor allem in Deutschland, wo sich die Rezeption dieses Films im Sommer 1976 mit dem Tod der 23-jährigen Studentin Anneliese Michel überlagerte, der wie eine schockierende Wiederholung der Filmhandlung erschien: Die strenggläubige Studentin aus dem unterfränkischen Örtchen Klingenberg hatte sich in ihrem Elternhaus einem Exorzismus unterzogen, weil sie sich von Dä

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