Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders

Drama | Deutschland/Frankreich/Spanien 2006 | 147 Minuten

Regie: Tom Tykwer

Opulente Adaption von Patrick Süskinds Bestseller "Das Parfum": Im vorrevolutionären Frankreich ermordet der Sonderling Grenouille, der die Welt primär durch seinen Geruchssinn wahrnimmt, mehrere Frauen, um sich deren Duft anzueignen und daraus das perfekte Parfüm zu kreieren. Regisseur Tom Tykwer gelingt mit seiner Verfilmung bildgewaltiges Unterhaltungskino, das sich, wie bereits die Romanvorlage, vor allem auf die schillernde Oberfläche des Stoffs konzentriert, während Charaktere und zeitgeschichtliche Hintergründe zwar konturiert, aber nicht vertieft werden. Die gestalterische Perfektion und Sinnlichkeit des Films sorgen dennoch dafür, dass keine Längen entstehen. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LE PARFUM - HISTOIRE D'UN MEURTRIER
Produktionsland
Deutschland/Frankreich/Spanien
Produktionsjahr
2006
Regie
Tom Tykwer
Buch
Tom Tykwer · Andrew Birkin · Bernd Eichinger
Kamera
Frank Griebe
Musik
Tom Tykwer · Johnny Klimek · Reinhold Heil
Schnitt
Alexander Berner
Darsteller
Ben Whishaw (Jean-Baptiste Grenouille) · Alan Rickman (Antoine Richis) · Rachel Hurd-Wood (Laura) · Dustin Hoffman (Giuseppe Baldini) · Karoline Herfurth (Das Mirabellen-Mädchen)
Länge
147 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Paramount (1:2,35/16:9/Dolby Digital 5.1/dts)
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Diskussion
Als Tom Tykwer in „Der Krieger und die Kaiserin“ (fd 34 498) seine Protagonistin Sissi den Brief einer Freundin beantworten ließ, in dem sie von einem lebensbedrohenden Autounfall erzählte, tauchte die Kamera (mittels perfekter Digitaltricks) in die labyrinthischen Windungen einer Muschel ein, um die rasante „Reise“ der Hauptfigur durch subjektive Wahrnehmungen von Tönen bis hin zur absoluten Stille zu versinnbildlichen. Kunstvoll und spielerisch zugleich destillierte Tykwer in dieser zirzensischen Sequenz die Motive seines Films im Koordinatensystem aus Zufall und Schicksal: Spiel, Illusion, Magie. Sechs Jahre später taucht Tykwer erneut in die Sinne eines Menschen ein, genauer gesagt in einen ganz bestimmten Sinn: den Geruchssinn des jungen Parfümeurs und „seelenlosen“ Frauenmörders Jean-Baptiste Grenouille, den Patrick Süskind ins Zentrum seines Erfolgsromans „Das Parfum“ (1984) stellte. Vehement stürzt sich Tykwer in die aufwändige Adaption der im vorrevolutionären Frankreich angesiedelten Sitten- und Gesellschaftsfabel, kriecht dabei tatsächlich in Grenouilles Nase und entfacht auf der Suche nach dem olfaktorischen „Geheimnis“ ein visuell fulminantes Spiel – diesmal um die Macht, vor allem aber um die Grenzen von Leidenschaft und Affekt in einer Zeit des sozialen Wandels. Dabei hat sich Tykwer (zumindest für diesen Film) aus der Welt des Autorenkinos, die er ohnehin nur zögerlich für sich beanspruchte, verabschiedet: „Das Parfum“ ist spektakuläres Kommerzkino, kein Kunst-Film, sondern publikumswirksames Kunstgewerbe – allerdings auf bemerkenswertem Niveau, (abwechslungs-)reich

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