Der Knochenmann

Krimi | Österreich 2009 | 126 Minuten

Regie: Wolfgang Murnberger

Ein Ex-Polizist soll für einen Freund einen Auftrag in der Oststeiermark erledigen, bleibt aber in einer Backhendlstation hängen, deren Betreiberfamilie in Zwistigkeiten verstrickt ist. Rabenschwarzer Kriminalfilm nach dem klug gerafften Roman von Wolf Haas, in dem die österreichische Provinz als ein Abgrund an Missgunst, Lebensgier und verkorksten Biografien erscheint. Ebenso beiläufig wie souverän in einer Mischung aus Melancholie und Weltekel in Szene gesetzt, verstört er konstruktiv durch seine dunkle Energie, die im Rahmen des politisch unkorrekten Buddy-Movies kaum zu bändigen scheint. (Frühere Haas-Verfilmungen um den Ermittler Brenner: "Komm, süßer Tod", 2000; "Silentium", 2004) - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
DER KNOCHENMANN
Produktionsland
Österreich
Produktionsjahr
2009
Regie
Wolfgang Murnberger
Buch
Josef Hader · Wolfgang Murnberger · Wolf Haas
Kamera
Peter von Haller
Musik
Sofa Surfers
Schnitt
Evi Romen
Darsteller
Josef Hader (Brenner) · Josef Bierbichler (Löschenkohl) · Birgit Minichmayr (Birgit) · Christoph Luser (Pauli) · Simon Schwarz (Berti)
Länge
126 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Krimi | Literaturverfilmung

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs und der Darsteller Josef Hader und Simon Schwarz sowie ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (4 Min.). Des Weiteren enthalten ist eine Live Performance der für die Filmmusik verantwortlichen Sofa Surfers (22 Min.). Die mit Fox/Majestic vergleichbare Edition von Dor Film ist in Österreich erschienen.

Verleih DVD
Majestic/Fox & Dor Film (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Vielleicht ist „Der Knochenmann“ der geeignete Anlass, um mit dem Lamentieren darüber aufzuhören, dass der eigentümliche Sound der „Brenner“-Kriminalromane von Wolf Haas, seine „schräge“ Erzählhaltung eines die Handlung kommentierenden Zwiegesprächs mit dem Leser, filmisch nicht in den Griff zu bekommen ist. Zwei Adaptionen, „Komm, süßer Tod“ (fd 35 043) und „Silentium“ (fd 36 938), hatten dies gezeigt. Beide Filme waren trotzdem nicht misslungen und, zumal in Österreich, recht erfolgreich an den Kinokassen. Von „Werktreue“ ist hier nur bedingt zu sprechen; das bewährte Team Wolfgang Murnberger, Josef Hader und Wolf Haas hat den bekannten „Knochenmann“-Fall (das Buch erschien bereits 1997) stattdessen um einige Extravaganzen gekürzt, die Handlung gestrafft und teilweise in eine neue, konzisere Ordnung gebracht. Sehr zum Vorteil des Films! Der Ex-Polizist Brenner, mittlerweile im Inkassowesen tätig, wird von einem Freund gen Osten gesc

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