Drama | USA/Kanada/Frankreich 2009 | 96 Minuten

Regie: Atom Egoyan

Die eifersüchtige Ehefrau eines Musikprofessors engagiert ein Callgirl, um die Treue ihres Ehemanns zu testen, verfällt dann aber selbst den Reizen der Kindfrau. Remake eines französischen Dramas ("Nathalie", Regie: Anne Fontaine, 2003) durch Atom Egoyan, der erneut seine Themen Identitätsbildung, mediale Vexierspiele und die Frage nach der "Wahrheit" von Erzählungen durchspielt, diesmal aber allzu willfährig den Genrekonventionen erliegt. Auch die berauschende Visualität des Films täuscht nicht darüber hinweg, dass sich die Inszenierung in überholten Geschlechterrollenklischees verfängt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
CHLOE
Produktionsland
USA/Kanada/Frankreich
Produktionsjahr
2009
Regie
Atom Egoyan
Buch
Erin Cressida Wilson
Kamera
Paul Sarossy
Musik
Mychael Danna
Schnitt
Susan Shipton
Darsteller
Julianne Moore (Catherine Stewart) · Liam Neeson (David Stewart) · Amanda Seyfried (Chloe) · Max Thieriot (Michael Stewart) · R.H. Thomson (Frank)
Länge
96 Minuten
Kinostart
22.04.2010
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras der DVD enthalten u.a. ein interessantes "Making Of" (27 Min.), ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (5 Min.) und eines alternativen Filmendes (5 Min.) sowie div. Interviews u.a. mit dem Regisseur, welches das ausführlichste ist (22 Min.). Nur die Blu-ray enthält zudem das aufschlussreiche Portrait: "Der seltsame Fall des Atom Egoyan" (96 Min.). Die BD ist mit dem Silberling 2010 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Kinowelt (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Kinowelt (16:9, 1.85:1, dts-HDMA engl./dt.)
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Diskussion
Chloe heißt das sündhaft schöne Wesen mit den wallenden blonden Haaren und den halterlosen Strümpfen, das sich vor einem großen Spiegel den BH anzieht und die kunstvolle silberne Spange ins Haar steckt. Ihre Worte hauchen fast schon über die begehrlichen Bilder. Chloe sinniert für sich über die Gewandtheit von Worten. Über die Kunst der Rhetorik, die für ihren Job ebenso wichtig sei wie die ihrer Berührungen. Die Dauer, der Druck und die Lage ihrer Finger, durch die sie zu all dem werde, was sich Männer erträumen. Chloe ist eine Kindfrau, wie sie oft in den Drehbüchern von Atom Egoyan beschrieben steht. Ein sanftgesichtiges junges Mädchen, das mit großen Augen, Schmollmund und schlanken Beinen gerade die Schwelle zur Frau überschritten hat. In „Exotica“ (fd 31 113) nährt sie Schulmädchenträume, in „Wahre Lügen“ (fd 37 459) lullt sie sich selbst in ihre biografischen Trugschlüsse über zwei des Mordes verdächtigte Ex-Show-Stars ein. Das ist Egoyans zweites großes Thema neben Identitätsbildung und medialen Vexierspielen: Das Jonglieren mit dem Wahrheitsgehalt der erzählten Geschichten seiner Figuren innerhal

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