Whores' Glory - Ein Triptychon zur Prostitution

Dokumentarfilm | Österreich/Deutschland 2011 | 118 Minuten

Regie: Michael Glawogger

In Form eines Triptychons erkundet der Dokumentarfilm Rotlichtbezirke in Thailand, Bangladesch und Mexiko. Neben der Auswahl der Orte, die drei unterschiedliche Kulturkreise und Religionen abdecken, und der kongenialen Art der Erkundung beeindruckt er vor allem durch die Nähe, die er zu den Protagonisten aufbaut. Unvoreingenommen und ohne vorgeschobene moralische Wertungen kommen Freier und Zuhälter, primär aber die Prostituierten selbst zu Wort, um über ihre Arbeit, aber auch über sich und ihre Lebensvorstellungen zu sprechen. Über das Thema Prostitution hinaus vermittelt der Film ungewöhnliche Einblicke in Wertvorstellungen und Geschlechterverhältnisse. (O.m.d.U.) - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
WHORE'S GLORY - EIN TRIPTYCHON
Produktionsland
Österreich/Deutschland
Produktionsjahr
2011
Regie
Michael Glawogger
Buch
Michael Glawogger
Kamera
Wolfgang Thaler
Musik
Pappik & Regener
Schnitt
Monika Willi
Länge
118 Minuten
Kinostart
19.09.2011
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Prostitution ist nur ein besonderer Ausdruck der allgemeinen Prostitution des Arbeiters“, schreibt Karl Marx 1844. Friedrich Engels bringt 1884 die bürgerliche Ehe als „Sieg des Privateigentums“ mit der Prostitution in Zusammenhang und schwärmt davon, dass nur im Proletariat wirkliche Liebe zu finden sei, weil es hier an Besitz fehle. Eine alte, gerne diskutierte Frage lautet: Ist Prostitution eher Arbeit oder eher Gewalt? Oder beides gleichzeitig? Seit es unter deutschen Schriftstellern nicht mehr als schick gilt, sich mit dem Boxen und den Huren auszukennen oder mit Boxern und Huren zu verkehren, und seitdem das Milieu nicht mehr von Sohrab Shahid Saless („Utopia“, fd 24 796) oder Romuald Karmakar (Episode „Ramses“ in „Deutschland 09“, fd 39 200), sondern massenwirksam eher von Dieter Wedel („Der König von St. Pauli“) beackert wird, ist der Glamour eines Wortes wie „Rotlich

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