Ulrich Kriest

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Bilder, die wir uns nehmen

Einen „Jahrgang von jungen Filmschaffenden, der die Augen offenhält und sich an den aktuellen gesellschaftlichen Debatten beteiligt“, versprach der Katalog zum Programm des 42. Filmfestivals Max Ophüls Preis – durchaus zu Recht. Wobei die künstlerisch spannenden Arbeiten mitunter abseits der Checkliste der drängenden Gegenwartsprobleme zu finden waren.

Von Ulrich Kriest

Die Zärtlichkeit der Wölfe: Patricia Highsmith und das Kino

In der Literaturkritik musste Krimi-Autorin Patricia Highsmith (1921-1995) lange um ihren verdienten Status ringen; das Kino hingegen schätzte ihren präzisen Stil und ihre ungewöhnlichen Szenarien, sodass sich beginnend mit Alfred Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ (1951) eine spannende „Liebesgeschichte“ zwischen dem Medium Film und dem Highsmith-Universum entspann. Eine Hommage zum 100. Geburtstag der Autorin am 19. Januar 2021.

Von Ulrich Kriest

Was ist Filmkritik?

Für seine Kritik zu Tim Millers „Terminator: Dark Fate“ wurde der Autor Dietmar Dath mit dem Siegfried-Kracauer-Preis für die beste Filmkritik 2020 ausgezeichnet. Die Jury lobte dabei insbesondere die sprachliche und sinnliche Qualität des Textes, die nicht nur eine literarische Form entwerfe, sondern zum Nachdenken über die politische Gegenwart anrege. Ein Interview über Filmkritik, Dissidenz und Subversion, Dustin Hoffman, Don Johnson und Mackenzie Davis.

Das Gespräch führte Ulrich Kriest

Plädoyer für eine gefährliche Kunst

38 Jahre nach dem Tod von Rainer Werner Fassbinder errichtet Oskar Roehler dem „einzigen Rockstar im deutschen Kino“ mit „Enfant Terrible“ ein Denkmal, das jedoch eher einer Installation als einem Film gleicht. In einer Art abstraktem Palimpsest werden Fakten & Fiktionen zu einer eigenwilligen Hommage verschmolzen, die Leben und Werk, Selbstermächtigung und Ausbeutung in ein hochenergetisches Spektakel verwandeln.

Von Ulrich Kriest

Erinnerungen an Birol Ünel

Der deutsch-türkische Schauspieler Birol Ünel war eine Naturgewalt, die sich nicht um die Gepflogenheiten der Filmbranche scherte. Für ihn waren die Unterschiede zwischen Fiktion und Leben eher fließend, doch sobald die Kamera lief, verblassten die anderen neben ihm. Er zeigte sich, nackt und ungeschützt, so intensiv wie wenige andere. Am 3. September 2020 ist der zornige Rebell, der rau und sanft zugleich sein konnte, nach einer schweren Krankheit gestorben.

Von Ulrich Kriest

Bequem unbequem

Von ungewöhnlichen Themen auch originell zu erzählen ist nicht leicht – das war bei der Schau des jungen deutschsprachigen Kinos beim 41. Filmfestival Max Ophüls Preis (20.-26.1.2020) zu erleben. Während sich die Spielfilme über Zeitgeist-Themen wie Integration und Migration eher mühten, stachen Dokumentarfilme und Webserien innerhalb der Auswahl hervor.

Von Ulrich Kriest

Vor dem Untergang: László Nemes über „Sunset“

2015 erregte der ungarische Regisseur László Nemes Aufsehen mit seinem vielfach ausgezeichneten Spielfilmdebüt „Son of Saul“. Anders als das schonungslose Holocaust-Drama ist sein neuer Film „Sunset“ vordergründig eine leichter rezipierbare historische Frauen- und Detektivgeschichte, handelt aber ebenso von Abgründen der Geschichte und ist formal vergleichbar ambitioniert. Ein Gespräch über die Herausforderungen des Publikums und die Emanzipation der Ohren.

Das Gespräch führte Ulrich Kriest