Ulrich Kriest

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Plädoyer für eine gefährliche Kunst

38 Jahre nach dem Tod von Rainer Werner Fassbinder errichtet Oskar Roehler dem „einzigen Rockstar im deutschen Kino“ mit „Enfant Terrible“ ein Denkmal, das jedoch eher einer Installation als einem Film gleicht. In einer Art abstraktem Palimpsest werden Fakten & Fiktionen zu einer eigenwilligen Hommage verschmolzen, die Leben und Werk, Selbstermächtigung und Ausbeutung in ein hochenergetisches Spektakel verwandeln.

Von Ulrich Kriest

Erinnerungen an Birol Ünel

Der deutsch-türkische Schauspieler Birol Ünel war eine Naturgewalt, die sich nicht um die Gepflogenheiten der Filmbranche scherte. Für ihn waren die Unterschiede zwischen Fiktion und Leben eher fließend, doch sobald die Kamera lief, verblassten die anderen neben ihm. Er zeigte sich, nackt und ungeschützt, so intensiv wie wenige andere. Am 3. September 2020 ist der zornige Rebell, der rau und sanft zugleich sein konnte, nach einer schweren Krankheit gestorben.

Von Ulrich Kriest

Bequem unbequem

Von ungewöhnlichen Themen auch originell zu erzählen ist nicht leicht – das war bei der Schau des jungen deutschsprachigen Kinos beim 41. Filmfestival Max Ophüls Preis (20.-26.1.2020) zu erleben. Während sich die Spielfilme über Zeitgeist-Themen wie Integration und Migration eher mühten, stachen Dokumentarfilme und Webserien innerhalb der Auswahl hervor.

Von Ulrich Kriest

Vor dem Untergang: László Nemes über „Sunset“

2015 erregte der ungarische Regisseur László Nemes Aufsehen mit seinem vielfach ausgezeichneten Spielfilmdebüt „Son of Saul“. Anders als das schonungslose Holocaust-Drama ist sein neuer Film „Sunset“ vordergründig eine leichter rezipierbare historische Frauen- und Detektivgeschichte, handelt aber ebenso von Abgründen der Geschichte und ist formal vergleichbar ambitioniert. Ein Gespräch über die Herausforderungen des Publikums und die Emanzipation der Ohren.

Das Gespräch führte Ulrich Kriest

Im Porträt: Sam Rockwell

Folgt auf den „Oscar“ als bester Nebendarsteller, den der US-Schauspieler Sam Rockwell für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ 2018 mit nach Hause nahm, nun ein zweiter? Für seinen Part als George W. Bush in „Vice – Der zweite Mann“ ist der 1968 geborene Virtuose erneut nominiert. Anlass für eine Passage entlang der Filmauftritte eines Ausnahmedarstellers.

Von Ulrich Kriest

Herbert Achternbusch

Als Regisseur von rund 30 Filmen hat Herbert Achternbusch der deutschen Kinolandschaft seinen höchst eigenen Stempel aufgedrückt. Auf mal polemische, mal poetisch-versponnene Art hat er sich an Bayern, der Politik, der Kirche, der Geschichte und der Gegenwart abgearbeitet und damit die ein oder andere künstlerische Kontroverse ausgelöst. Das störrische Gesamtwerk des Filmemachers, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, fasziniert gerade in seinen Widersprüchen.

Eine Würdigung von Ulrich Kriest

Zum Auftakt des 40. Festivals Max Ophüls Preis

Das Filmfestival Max Ophüls Preis hat sich dem deutschsprachigen Filmnachwuchs verschrieben. Dazu zählt, wer noch keine 40 Jahre alt ist. An der Schwelle zum eigenen Aufbruch hat sich das Festival in seinem 40.  Jahrgang (14.-20. Januar) deshalb neben 130 vielversprechenden neuen Filmen auch einen Rückblick verordnet, auf vergangene Aufreger und Meilensteine.

Ein Ausblick von Ulrich Kriest