The Act of Killing

Dokumentarfilm | Dänemark/Norwegen/Großbritannien 2012 | Kino: 122 DVD/BD: 153 (= BD: 165) Minuten

Regie: Joshua Oppenheimer

Es ist ein Theater des Grauens, das Regisseur Joshua Oppenheimer seine Protagonisten inszenieren lässt. Die beiden Männer gehörten zu den Paramilitärs, die nach dem indonesischen Militärputsch 1965 eine Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten veranstalteten. Bestraft wurden die Morde nie, und die Täter scheinen sogar stolz darauf, dass sie ihre Taten für die Kamera nachinszenieren. Doch dann kommt ein Denkprozess bei ihnen in Gang. Eine innovative, aber auch recht zwiespältige Annäherung an unaufgearbeitete Gräueltaten und die Psyche der Täter. (Vgl. "The Look of Silence", 2014) - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE ACT OF KILLING
Produktionsland
Dänemark/Norwegen/Großbritannien
Produktionsjahr
2012
Regie
Joshua Oppenheimer · Christine Cynn
Buch
Joshua Oppenheimer · Christine Cynn · Joram ten Brink
Kamera
Carlos Arango de Montis · Lars Skree
Musik
Elin Øyen Vister
Schnitt
Nils Pagh Andersen · Janus Billeskov Jansen · Mariko Montpetit · Charlotte Munch Bengtsen · Ariadna Fatjó-Vilas Mestre
Länge
Kino: 122 DVD
BD: 153 (= BD: 165) Minuten
Kinostart
14.11.2013
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Heimkino

DVD & BD enthalten den Film in dem um gut 30 Minuten längeren brillanten "Director's Cut", der nicht nur Szenen anfügt, sondern vom Regisseur einen signifikant unterschiedlichen Schnittrhythmus erhielt, der das zusätzliche Bildmaterial eindrucksvoll in das Gesamtkonzept einbettet. Die Extras umfassen u.a. eine kurze Einführung von Werner Herzog sowie einen eindrücklichen Audiokommentar von Werner Herzog (neben Errol Morris, executive producer des Films) und Regisseur Joshua Oppenheimer. Beide führen hier ein gewinnbringendes Gespräch über Funktion, Wirkung und Struktur des Films. Des Weiteren enthalten sind ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (10 Min.) sowie ein ausführliches Interview mit dem Regisseur (22 Min.). Auch wenn aus Rechtegründen der deutschen Veröffentlichung Bonusmaterial der US-amerikanischen Blu-ray fehlt, sind Blu-ray und DVD mit dem Silberling 2013 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Koch (16:9, 1.78:1, DD2.0 indon.)
Verleih Blu-ray
Koch (16:9, 1.78:1, dtsHD2.0 indon.)
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Diskussion
Man stelle sich vor, dass ein paar Nazi-Mörder, die für ihre Taten nie zur Rechenschaft gezogen wurden, sich damit nicht nur vor der Kamera brüsten, sondern ihre Verbrechen in einer Art fiktivem KZ-Film dann auch noch recht dilettantisch nachstellen. Dazwischen würden sie verlegen lächelnd, aber nie schockiert Einzelheiten aus Folterkeller und Gaskammer berichten. Unmöglich? Wohl schon. Im Ansatz ist dies aber genau das, was in „The Act of Killing“ geschieht. „Mich verfolgen die Menschen, die ich mit Draht umgebracht habe“, klagt einer von ihnen. Das reicht anderen ehemaligen Folterknechten, um ihm den Gang zum Nervenarzt zu empfehlen. Anscheinend haben es Massenmörder nicht so leicht im Leben; und manchmal ertappt man sich tatsächlich dabei, dass man mit Menschen Mitleid hat, die Hunderte ihrer Artgenossen auf brutalste Weise zu Tode gefoltert haben. Wenn den Folterknechten dann nach Stunden mühseliger Tortur der Geduldsfaden riss, genügten ein paar Schläge mit dem Baseballschläger oder eine Drahtschlinge, um die Sache zu beenden. Oder man blies ihnen

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