Dokumentarfilm | Deutschland 2014 | 77 Minuten

Regie: Helen Simon

Aufwühlender Dokumentarfilm über eine Frau Mitte 50, die jahrelang von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde, dennoch ihre Erfahrungen verdrängte und den Vater verherrlichte. Erst als auch ihre eigene Tochter von ihm missbraucht wurde, zeigte sie ihn an, doch vor Gericht schenkte man ihr keinen Glauben; der Vater wurde freigesprochen, ihre Tochter nahm sich das Leben. Der Film bricht die persönliche Erzählung der Frau immer wieder durch weitere Quellen auf und vermittelt überzeugend die widersprüchlichen Angst- und Schuldgefühle missbrauchter Menschen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Helen Simon
Buch
Helen Simon
Kamera
Carla Muresan
Musik
Konstantin von Sichart
Schnitt
Nina Ergang
Länge
77 Minuten
Kinostart
02.04.2015
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Was für ein bestürzender, rat- und sprachlos machender Film. Was für ein Glücksfall von einer Dokumentation, die zur Sprache bringt, worüber, wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen, viel zu lange geschwiegen wurde. Es geht um Verdrängung und um Erinnerung. Und um Abgründe, mit denen hinter einer geordneten Familienfassade gerechnet werden muss. Zu Beginn und am Schluss von „Nirgendland“ nähert sich die Kamera einem Einfamilienhaus in wohlsituierter Gegend und kommt am Gartentor zum Stehen. Im Abspann liest man, dass die Häuser keinen Bezug zur erzählten Geschichte hätten. Die Botschaft ist klar: Es geht hier auch um ein doppeltes Erinnern, denn nur teilweise kann man auf Briefe, Gerichtsprotokolle, Fotos und Privatfilme zurückgreifen; der Rest ist Erzählen. Tina, die einmal Karin hieß, wurde vo

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