Er ist wieder da

Literaturverfilmung | Deutschland 2015 | 116 Minuten

Regie: David Wnendt

Adolf Hitler erwacht im Jahr 2014 in Deutschland zu neuem Leben. Da man ihn für einen perfekten Imitator und Comedian hält, macht er Karriere im sensationsgierigen, zynisch auf Quote schielenden Fernsehen, während er menschlich-joviales Verständnis für die diffuse Unzufriedenheit von Wutbürgern, Stammtisch-Politikern und Rechtsradikalen zeigt und ihre Politikverdrossenheit für seine Ziele nutzt. Verfilmung des Romans von Timur Vermes auf dem schmalen Grat von Mediensatire, Klamotte und gesellschaftspolitischer Beobachtung. Dabei nutzt der vorzüglich inszenierte und gespielte Film die ikonische Führer-Figur, um in einem Geflecht aus inszenierten und halbdokumentarischen Szenen demokratiefeindlichen Tendenzen nachzuspüren. Ein durchaus mutiger und provokanter Unterhaltungsfilm, der herausfordert und nachdenklich macht. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2015
Regie
David Wnendt
Buch
David Wnendt · Mizzi Meyer
Kamera
Hanno Lentz
Musik
Enis Rotthoff
Schnitt
Andreas Wodraschke
Darsteller
Oliver Masucci (Adolf Hitler) · Fabian Busch (Fabian Sawatzki) · Christoph Maria Herbst (Christoph Sensenbrink) · Katja Riemann (Katja Bellini) · Franziska Wulf (Vera Krömeier)
Länge
116 Minuten
Kinostart
08.10.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Literaturverfilmung | Satire
Diskussion
„Endlich können wir auch im Kino über Hitler lachen!“, jubelte die BILD-Zeitung auf ihrer Website und präsentierte stolz die ersten Kino-Trailer zur Verfilmung des Romans „Er ist wieder da“. „So schräg wird die Hitler-Satire“, jubelte sie, und: „Der Führer entdeckt ‚dieses Internetz‘.“ In Kenntnis des nun fertigen Films fragt man sich, ob das Boulevard-Blatt wie auch seine eilfertigen Leser/Follower nicht bereits sehr früh einem klugen PR-Gag aufgesessen sind; denn der Klamauk und die kalauernde Albernheit der Trailer machten durchaus Appetit auf den Film – und lassen doch potenzielle Kinobesucher ahnungslos ins Messer laufen, weil sie nicht annähernd erahnen, was der Film „anrichtet“. Lustvoll kokettiert Regisseur David Wnendt mit gängigen Comedy-Formaten, scheut sich nicht vor den tiefsten Tiefen einschlägiger Brachial-Gags – und erweist sich als virtuoser Jongleur mit solchen Formaten, der ihre zynische Gedankenarmut s

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren