Caracas, eine Liebe

Drama | Venezuela/Mexiko 2015 | 93 Minuten

Regie: Lorenzo Vigas

Ein Zahntechniker streift durch die verarmten Viertel der venezolanischen Hauptstadt Caracas, um Straßenjungen aufzugabeln. Als ihn ein rabiater 17-Jähriger bewusstlos schlägt und ausraubt, erwacht trotz alldem eine tiefe Zuneigung zu dem Jugendlichen. Der verhalten und subtil inszenierte Film nutzt das seltsame Verhältnis zwischen Freundschaft und Missbrauch als vielschichtiges Bild für eine zerfallende Gesellschaft, wobei er geschickt die soziale Topografie der Stadt einbezieht. Im Kern zeichnet das von einem überragenden Hauptdarsteller getragene Drama das Bild eines traumatisierten Charakters, der sein Unfähigkeit zu lieben durch Hass- und Rachegedanken kompensiert. (Titel Schweiz: "Los amantes de caracas") - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
DESDE ALLÁ | LOS AMANTES DE CARACAS
Produktionsland
Venezuela/Mexiko
Produktionsjahr
2015
Regie
Lorenzo Vigas
Buch
Lorenzo Vigas
Kamera
Sergio Armstrong
Schnitt
Isabela Monteiro de Castro
Darsteller
Alfredo Castro (Armando) · Luis Silva (Elder) · Jericó Montilla (Ameila) · Catherine Cardozo (Maria) · Marcos Moreno (Manuel)
Länge
93 Minuten
Kinostart
30.06.2016
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Weltkino/Universum (16:9, 2.35:1, DD5.1 span./dt.)
Verleih Blu-ray
Weltkino/Universum (16:9, 2.35:1, dts-HD span./dt.)
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Der Gewinner des "Goldenen Löwen" beim Filmfestival Venedig 2015 handelt vom seltsamen Verhältnis eines distinguierten älteren Herrn zu einem 17-jährigen Vorstadtjungen. Ein subtil und zurückhaltend inszeniertes Drama, das die sozialen Spannungen innerhalb der Gesellschaft Venezuelas mit im Blick hat.

Diskussion
Armando ist ein ruhiger, einsamer Mann um die 50. Er arbeitet in einem Labor, wo er mit penibler Konzentration Zahnprothesen herstellt. Er hat eine Schwester, die darauf wartet, mit ihrem Mann das Recht auf die Adoption eines Kindes eingeräumt zu bekommen. Während sie von einem normalen Familienleben träumt, blickt Armando nicht in die Zukunft. Er ist von der Vergangenheit besessen. Da ist ein älterer Herr, den er beobachtet, sein Vater, der ihm in der Kindheit Schreckliches angetan hat. Das Thema sexueller Missbrauch zieht sich von Anfang an latent durch den Film. Nach der Arbeit treibt sich Armando in Kneipen herum, an Bushaltestellen oder in Parkanlagen. In den ärmeren Vierteln sucht er junge Männer, di

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