Sternenjäger - Abenteuer Nachthimmel

Dokumentarfilm | Deutschland 2016 | 90 Minuten

Regie: Christian Schidlowski

Dokumentarfilm über fünf Fotografen, die es zu ihrem Beruf gemacht haben, spektakuläre Sternenhimmel an entlegenen Orten fernab der Zivilisation aufzunehmen. Der aus einer fünfteiligen Fernsehserie kompilierte Film präsentiert allerdings erstaunlich wenige dieser magischen Momente am Firmament und wirkt auch in den Porträts der Fotografen und ihrer Geschichten seltsam oberflächlich. Ein Kommentar aus Allgemeinplätzen und kitschige Sphärenklänge machen die wenig spektakuläre Mischung aus Porträt, Road Movie und Naturfilm nicht attraktiver.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2016
Regie
Christian Schidlowski · Rohan Fernando · Hannah Leonie Prinzler · Sebastian Kentner · Johannes Backes
Buch
Christian Schidlowski · Rohan Fernando · Hannah Leonie Prinzler · Sebastian Kentner · Johannes Backes
Kamera
Christian Schidlowski · Rasmus Sievers · André Götzmann · Jörg Adams
Schnitt
Kawe Vakil
Länge
90 Minuten
Kinostart
14.06.2018
Fsk
ab 0; f
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Dass früher alles anders war, ist so unstrittig wie sein Gegenteil. Aber es gibt betagte Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind, dass es in ihrer Kindheit mehr Sterne gab. Richtig daran ist, dass es in Mitteleuropa heute weit schwerer ist, mit bloßem Auge einen imposanten Sternenhimmel am Firmament zu bestaunen. Verantwortlich für die Misere sind all die künstlichen Lichtquellen, die Ballungsräume auch nachts hell erstrahlen lassen. Dagegen kommt selbst ein Polarstern kaum an. Wer von der Magie des gestirnten Himmels noch etwas erleben will, muss an entlegene Orte fernab der Zivilisation reisen, sich in Wüsten oder auf hohe Berggipfel begeben. Neben vielen Hobby-Astronomen, die im Urlaub ihrer Passion nachgehen, gibt es auch professionelle Sterngucker, die ihre Erlebnisse auf Filmen und Fotos festhalten. Der Dokumentarfilm „Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel“ begleitet fünf solcher Astro-Fotografen bei ihrer Arbeit rund um den Globus. Etwa Bernd Pröschold aus Köln, den es an den Polarkreis nach Norwegen zieht, wo er das grüne Leuchten einfangen möchte. Sein iranischer Kollege Babak Tafreshi ist in der Atacama-Wüste im Norden Chiles unterwegs, um atemberaubende Bilder von der Milchstraße zu fotografieren. Der „Schattenjäger“ Gernot Meiser und seine Partnerin Pascale Demy fallen etwas aus dem Rahmen, da sie sich auf die Wiedergabe einer Sonnenfinsternis spezialisiert haben. Der Film folgt dem Paar auf einer Reise durch Indonesien. Konzeptuell stellt diese Mischung aus Porträt, Road Movie und Naturfilm die einzelnen Fotografen vor, begleitet sie auf den Reisen zu ihren Traumorten und setzt unterwegs pittoreske Landschaften ins Bild. Hinzu kommen Gespräche mit den Bewohnern jener Landstriche in Australien oder Südamerika, die von der mythologischen Bedeutung der Himmelskörper für ihre Vorfahren erzählen. Doch die eigentliche Attraktion sind die spektakulären Bilder des scheinbar endlosen Sternenhimmels, deren Magie sich auch abgebrühte Rationalisten kaum entziehen können. Erstaunlicherweise nehmen diese Sequenzen im Film jedoch vergleichsweise wenig Raum ein und werden überdies auch noch von wenig originellen sphärischen Klängen untermalt. So mutiert die intendierte Erhabenheit zum Kitsch. Auf der anderen Seite bleiben aber auch die in Parallelmontage vorgestellten Protagonisten so konturlos wie ihre Gesprächspartner vor Ort. Ein von dem Schauspieler Rufus Beck gesprochener Kommentar, der sich vornehmlich in Allgemeinplätzen ergeht („Ohne die Sonne wäre auf Erden kein Leben möglich“) macht den Film nicht eben ersprießlicher. Der Grund für diese merkwürdige Unentschlossenheit der Inszenierung dürfte in dem Umstand liegen, dass es sich hier um die Zweitverwertung einer fünfteiligen Fernsehreihe mit dem Titel „Expedition Sternenhimmel“ (2017) handelt, die jedem der Astro-Fotografen eine einzelne Episode widmete.
Kommentar verfassen

Kommentieren