Komödie | Deutschland 2017 | 98 Minuten

Regie: Franziska Meletzky

Im Oktober 1989 versucht ein Ost-Berliner Theater-Ensemble mit einem gewagten Plan, einen angeblich von Erich Honecker erlassenen Schießbefehl bei der Montagsdemonstration zu revidieren. Inspiriert von Ernst Lubitschs Filmklassiker „Sein oder Nichtsein“ (1942), rekapituliert die Verwechslungs- und Verkleidungskomödie die letzten Tage der DDR. Das Klischee von der Biederkeit des Staatsapparats wird dabei so lustvoll ausgeschlachtet, wie sich die Inszenierung durch historisch-moralische Bedenken nicht bremsen lässt, ihr komisches Potenzial auszuspielen. Mitunter kollidieren dabei die Leichtigkeit und das Tempo der Komödie mit dem Ernst des Themas.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2017
Regie
Franziska Meletzky
Buch
Markus Thebe
Kamera
Bella Halben
Schnitt
Zaz Montana
Darsteller
Jörg Schüttauf (Otto Wolf / Erich Honecker) · Josefine Preuß (Anne Wolf) · Jacob Matschenz (August Weiss) · Hedi Kriegeskotte (Margot Honecker) · Marc Benjamin (Matti Stein)
Länge
98 Minuten
Kinostart
12.10.2017
Fsk
ab 12; f
Genre
Komödie
Diskussion
Von der im engsten Sinne lebensrettenden Kraft der Kunst erzählte der große Ernst Lubitsch 1942 in „Sein oder Nichtsein“ (fd 9062): Polnische Bühnenschauspieler, engagierte Antifaschisten, sahen sich genötigt und befähigt, in die Rollen von Nazis zu schlüpfen, um die Identitäten von Widerständlern zu schützen. Markus Thebe, Philipp Weinges, Günter Knarr und Franziska Meletzky, das Quartett hinter dem Drehbuch von „Vorwärts immer!“, erweisen nun Lubitschs Klassiker bis in die Plot-Details die Ehre, ohne diesen je allzu plump zu zitieren. Doch vieles lässt sich wiedererkennen: die geplante, riskante Protestinszenierung gegen die herrschende Ordnung etwa. Die Eifersüchteleien zwischen den Schauspielern. Und die grundlegende Idee, dass es am Habitus, an d

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