Drama | Deutschland 2017 | 94 Minuten

Regie: Nicolas Wackerbarth

Kurz vor Drehbeginn einer Neuverfilmung von Rainer Werner Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ fürs Fernsehen sucht die Regisseurin noch nach der idealen Besetzung. Während sich im Team langsam Nervosität ausbreitet und die sich vorstellenden Schauspielerinnen mit Versagensängsten und Eitelkeiten kämpfen, findet der Anspielpartner im Casting immer mehr Gefallen an seiner Aufgabe. Improvisationskomödie, die durch Spielfreude und ein virtuoses Schauspielerinnen-Ensemble begeistert. Mittels der Fassbinder-Vorlage macht sie die Abhängigkeiten und Macht-Asymmetrien in der Fernsehwelt deutlich, wobei sie geschickt den Unschärfebereich zwischen Fiktion und Leben, Person und Rolle nutzt.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2017
Regie
Nicolas Wackerbarth
Buch
Nicolas Wackerbarth · Hannes Held
Kamera
Jürgen Carle
Schnitt
Saskia Metten
Darsteller
Andreas Lust (Gerwin) · Judith Engel (Vera) · Ursina Lardi (Almut Dehlen) · Corinna Kirchhoff (Luise Maderer) · Andrea Sawatzki (Annika Strassmann)
Länge
94 Minuten
Kinostart
02.11.2017
Fsk
ab 0; f
Genre
Drama | Komödie
Diskussion
Die Schauspielerin ist geladen. Sie spricht jetzt schon zum vierten Mal vor. Die Maskenbildnerin kommt ihr mit einer schwarzen Kurzhaarperücke, außerdem will sie eben noch mal über ihr Gesicht „drübergehen“, wie sie es nennt. Und zu guter Letzt setzt man ihr auch noch die „Anspielwurst“ Gerwin vor. Der Film von Nicolas Wackerbarth hält sich erst gar nicht mit Warmspielen auf, er ist sofort auf Hundert. Anerkennungssucht, Versagensangst, gekränkte Eitelkeit und die Panik des Älterwerdens verdichten sich schon in den ersten Szenen zu einem explosiven Gemisch. „Ich bin nicht hysterisch!“: Dieser gefährlich nah an der Schwelle zur Hysterie stehende Satz aus Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ (fd 18 187), für dessen Fernseh-Remake die Regisseurin Vera noch kurz vor Drehbeginn verschiedene Schauspielerinnen castet, steht als Drohung stets im Raum. Im Spiegelsystem „Film

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