Isle of Dogs - Ataris Reise

Abenteuerfilm | USA/Deutschland 2018 | 100 Minuten

Regie: Wes Anderson

Im Japan der nahen Zukunft verbannt ein korrupter Bürgermeister alle Hunde auf eine Müllinsel. Als sein Ziehsohn auf der Suche nach seinem Hund dort landet, haben sich die ausgesetzten Tiere bereits mit den Verhältnissen arrangiert und unterstützen den Jungen. Zeitgleich ruft in der Stadt eine US-amerikanische Austauschschülerin ebenfalls zum Widerstand gegen die Machenschaften des Bürgermeisters auf. Mit einer Vielzahl an Einfällen inszenierter Stop-Motion-Animationsfilm, der durch schrägen Humor, warmherzig gestaltete Figuren und die liebevolle Detailfreude der Settings begeistert. Zugleich überrascht Regisseur Wes Anderson mit dem politischen Gehalt des Films, der unmissverständlich Hass, Dämonisierung und Ausgrenzung anprangert. - Sehenswert ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
ISLE OF DOGS
Produktionsland
USA/Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Wes Anderson
Buch
Wes Anderson
Kamera
Tristan Oliver
Musik
Alexandre Desplat
Schnitt
Edward Bursch · Ralph Foster
Länge
100 Minuten
Kinostart
10.05.2018
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 10.
Genre
Abenteuerfilm | Animationsfilm | Komödie
Diskussion
Düster hebt der kehlige Gesang an, dann setzt der treibende Rhythmus der japanischen Taiko-Trommeln ein, die der Filmkomponist Alexandre Desplat durch ein verfremdendes Saxophon ergänzt. Der Einstieg in „Isle of Dogs“ macht einmal mehr klar, dass kaum ein Regisseur die Stimmung seiner Filme so unmittelbar durch Musik festzulegen vermag wie Wes Anderson. Die nostalgisch-optimistische Fernsehmelodie „The Ballad of Davy Crockett“ in seinem ersten Stop-Motion-Animationsfilm „Der fantastische Mr. Fox“ (fd 39 887), die Einzelinstrumenten-Kür aus Benjamin Brittens „A Young Person’s Guide to the Orchestra“ in „Moonrise Kingdom“ (fd 41 116) und das wehmütige Jodeln zum Auftakt von „Grand Budapest Hotel“ (fd 42 220) haben den Tonfall ähnlich vergleichbar definiert wie in dem neuen, erneut mittels Stop-Motion realisierten Film die archaischen, bedrohlich anschwellenden Klänge. „Isle of Dogs“ hebt mit einer Geschichte an, die nicht von Siegern geschrieben wurde. Japan war über Jahrhunderte hinweg nicht nur ein Schauplatz der Kämpfe zwischen menschlichen Parteien; auch Hunde und Katzen kämpfen um die Position an der Seite des Menschen. Ein Spru

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