Drama | Deutschland 2018 | 120 Minuten

Regie: Thomas Stuber

Ein junger Mann fängt nach seiner Entlassung aus dem Knast als Mitarbeiter in einem Großmarkt an, wo er sich schnell eingewöhnt, weil ihn ein älterer Kollege unter die Fittiche nimmt und er sich überdies in eine Angestellte verliebt. Der leise, feinsinnige Film entfaltet eine subtile Liebesgeschichte mit großem atmosphärischem Zauber, ausgefeilten Alltagsdialogen und einem großen Augenmerk auf die scheinbar banale Arbeitswelt. Ästhetisch knüpft die Inszenierung an eine (post-)sozialistische Kunstauffassung an, die Hochkultur und Arbeiterklasse versöhnen wollte. In seiner sublimen Ästhetik und Dezenz hebt sich der stille, hervorragend besetzte Film wohltuend ab. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Thomas Stuber
Buch
Clemens Meyer · Thomas Stuber
Kamera
Peter Matjasko
Schnitt
Kaya Inan
Darsteller
Franz Rogowski (Christian) · Sandra Hüller (Marion) · Peter Kurth (Bruno) · Andreas Leupold (Rudi) · Ramona Kunze-Libnow (Irina)
Länge
120 Minuten
Kinostart
24.05.2018
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Liebesfilm

Heimkino

Die Edition enthält eine Audiodeskription für Sehbehinderte. Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs.

Verleih DVD
EuroVideo (16:9, 1.66:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
EuroVideo (16:9, 1.66:1, dts-HDMA dt.)
DVD kaufen
Diskussion
Die Liedermacherin Angi Domdey schrieb in den 1970er-Jahren den Song „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ und bezog sich damit auf einen Slogan der französischen Studentenrevolte. Das Lied feierte die schöpferische Fantasie als Kraft, starre Verhältnisse aufzuweichen, bei sich zu bleiben und nicht vom Alltag vereinnahmen zu lassen. Solche Gedanken könnten für den Film „In den Gängen“ Pate gestanden haben. Denn auch hier entpuppt sich die Fähigkeit, in den Dingen etwas über sie Hinausweisendes zu entdecken und sie damit nicht nur zu transzendieren, sondern auch zu ästhetisieren, als Quelle der Emanzipation. Zugleich handelt es sich dabei um eine höchst sinnliche Qualität, die zauberhaft transportiert wird. Das Objekt, durch das diese Idee Gestalt annimmt, ist ein profanes Transportfahrzeug. In dem von Regisseur Thomas Stuber und dem Schriftsteller Clemens Meyer geschaffenen Kosmos spielt ein Gabelstapler den vierten Protagonisten. M

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren