Dokumentarfilm | USA 2019 | 254 (vier Teile) Minuten

Regie: Joshua Rofé

Eine dokumentarische Miniserie über einen Kriminalfall, der in den 1990ern in den USA für Aufsehen sorgte: 1993 schnitt Lorena Bobbitt ihrem Ehemann John, mit dem sie seit 1989 verheiratet war, den Penis mit einem Messer ab - eine Tat die, wie die Frau vor Gericht aussagte, die Folge langer Jahre des Missbrauchs und häuslicher Gewalt waren. Die Serie beginnt zunächst als relativ konventionelles "True Crime"-Format, das mittels Archivmaterial und Interviews mit den Betroffenen, Zeugen, Sachverständigen usw. die Fakten des Falls noch einmal ausbreitet; von dort aus mausert sie sich zunehmend zur kritischen Analyse des Medienechos, das der Fall damals erfuhr, und weitet den Blick über den skandalösen Einzelfall hinaus auf den Umgang der US-Gesellschaft mit häuslicher Gewalt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LORENA
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Joshua Rofé
Kamera
Ronan Killeen
Musik
Julian Wass
Schnitt
Poppy Das · Allan Duso · Morgan Hanner · Azin Samari
Länge
254 (vier Teile) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm | Serie
Diskussion

Eine dokumentarische Miniserie über einen Kriminalfall, der in den 1990ern in den USA für Aufsehen sorgte: 1993 schnitt Lorena Bobbitt ihrem Ehemann John, mit dem sie seit 1989 verheiratet war, den Penis mit einem Messer ab - eine Tat die die Folge langer Jahre des Missbrauchs und häuslicher Gewalt waren. Die Serie beginnt zunächst als relativ konventionelles "True Crime"-Format und mausert sie sich zunehmend zur kritischen Analyse des Medienechos, das der Fall damals erfuhr.

Eine alte journalistische Weisheit lautet: „Hund beißt Mann“ – das Gewöhnliche, Alltägliche, das interessiert keinen; aber „Mann beißt Hund“ – so wird eine Story draus. Mann vergewaltigt Ehefrau? Ein alter Hut. Sie schneidet ihm nachts, während er schläft, den Penis ab? Riesengeschichte! Im moralischen Windschatten dieser zynischen Nachrichtenlogik weideten sich in den 1990er Jahren Boulevardmagazine, Talk-Shows, aber auch seriöse Medien aus der ganzen Welt an einem Vorfall, der sich in der Nacht vom 23. Juni 1993 in Manassas, Virginia ereignet hatte. Die damals 24-jährige Lorena Bobbitt schlief bereits, als ihr Mann, John Wayne Bobbitt, sturzbetrunken nach Hause kam und sich zu ihr legte. Darüber, was dann geschah, existieren bis heute zwei widersprüchliche Versionen.

Lorena sagt, sie sei vergewaltigt worden, einmal mehr, wie schon so oft zuvor in dieser für sie zum Martyrium gewordenen Unglücksehe. John streitet das ab. Genau kann er sich angeblich nicht erinnern. Sie wollte Sex, sagt er. Er habe sie zurückgewiesen. Sie sei frustriert gewesen, eifersüchtig. Fest steht: Nachdem er eingeschlafen ist, geht sie in die Küche, kehrt mit einem langen Küchenmesser zurück und durchtrennt seinen Penis am Schaft mit einem derart sauberen Schnitt, dass ein Arzt sich noch Jahre später zu der Bemerkung hinreißen lässt, sie hätte wahrscheinlich eine hervorragende Chirurgin abgegeben.

Lorena hat das blutige Glied noch bei sich, als sie nach der Tat ins Auto steigt. Auf der Flucht in das Nagelstudio, in dem sie arbeitet, wirft sie es aus dem Fenster. Kurz darauf wählt sie den Notruf. Den Polizisten verrät sie die ungefähre Stelle, an der sie den Penis entsorgt hat. Die Beamten finden ihn im Gestrüpp am Straßenrand. In einer mehrstündigen, bis dahin so noch nie durchgeführten Operation gelingt es einem Ä

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren