Drama | Deutschland 2019 | 125 Minuten

Regie: Nora Fingscheidt

Ein neunjähriges Mädchen, das schon mehrere psychiatrische Aufenthalte hinter sich hat, verweigert sich so radikal allen Verhaltensnormen, dass es für seine Betreuer schwer wird, überhaupt noch Einrichtungen oder Pflegeeltern zu finden. Die Helfer ahnen, dass hinter den Gewaltausbrüchen frühkindliche Traumata stecken, sind aber überfordert und nehmen die Aggression des Kindes persönlich. Der sorgfältig recherchierte und in den Hauptrollen überragend gespielte Film will weder anklagen noch urteilen, sondern wirbt mit großer Kraft um Verständnis für ein Kind, das mit extremen Ausbrüchen nach Halt und Geborgenheit sucht. Statt auf ein Sozialdrama setzt die Inszenierung auf eine starke affektive Anteilnahme der Zuschauer, die auch psychisch in das chaotische Erleben der Protagonistin involviert werden. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2019
Regie
Nora Fingscheidt
Buch
Nora Fingscheidt
Kamera
Yunus Roy Imer
Musik
John Gürtler
Schnitt
Stephan Bechinger · Julia Kovalenko
Darsteller
Helena Zengel (Benni) · Albrecht Schuch (Michael Heller) · Gabriela Maria Schmeide (Frau Bafané) · Lisa Hagmeister (Bianca Klaaß) · Melanie Straub (Dr. Schönemann)
Länge
125 Minuten
Kinostart
19.09.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Kraftvolles Regiedebüt um ein neunjähriges Mädchen, das sich radikal allen Verhaltensnormen verweigert und trotz aller Bemühungen von Helfern und Pädagogen in einen Teufelskreis zu geraten droht. Statt auf ein Sozialdrama setzt der sorgfältig recherchierte Film auf eine starke affektive Anteilnahme der Zuschauer.

Diskussion

Kraftvolles Regiedebüt um ein neunjähriges Mädchen, das sich radikal allen Verhaltensnormen verweigert und trotz aller Bemühungen von Helfern und Pädagogen in einen Teufelskreis zu geraten droht. Statt auf ein Sozialdrama setzt der sorgfältig recherchierte Film auf eine starke affektive Anteilnahme der Zuschauer.

Ein Bündel Kabel klebt am Körper der kleinen Benni, die durch ihre Löwenmähne hindurch die Psychiaterin fixiert, die sie gerade behandelt. Doch die Ärzte der Einrichtung sind weniger daran interessiert zu verstehen, was dem ungestümen Mädchen fehlen könnte, als daran, seine unbändige Kraft medikamentös auf ein sozial verträgliches Maß herunterzuregulieren. Denn Benni, die eigentlich Bernadette heißt, diesen Namen aber entschieden „zu tussig“ findet, ist mehr als das, was man üblicherweise einen „Wildfang“ nennt. Mit gerade mal neun Jahren ist sie aufgrund ihrer Wut- und Gewaltausbrüche durchs Netz beinahe jeder Institution gefallen und zu einem Fall geworden, der in der Kinder- und Jugendhilfe als „Systemsprenger“ bezeichnet wird.

Dass hinter Bennis unberechenbarem Verhalten eine schwere frühkindliche Traumatisierung steckt,

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