Die Libelle (2018)

Literaturverfilmung | Großbritannien/USA 2018 | 338 (sechs Episoden) Minuten

Regie: Park Chan-Wook

Neuverfilmung eines Spionageromans von John le Carré als sechsteilige Miniserie: Eine linksradikale, antizionistische britische Schauspielerin wird Ende der 1970er-Jahre vom israelischen Geheimdient Mossad rekrutiert, um eine palästinensische Terrorzelle zu infiltrieren. Um ihre Rolle als angebliche Geliebte des Bruders des Drahtziehers spielen zu können, muss sie diese jedoch zuerst mit einem israelischen Agenten vorbereiten. Eine formal hochwertig in Szene gesetzte Serie, die ihre Kernfragen allerdings zu schnell beantwortet und die Parallelen zwischen Spionage und Schauspiel nicht vertieft. Der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook reibt sich mit seinem Stilwillen an der konventionellen Erzählweise, kann aber wenige Akzente setzen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE LITTLE DRUMMER GIRL
Produktionsland
Großbritannien/USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Park Chan-Wook
Buch
Michael Lesslie · Claire Wilson
Kamera
Kim Woo-hyung
Musik
Jo Yeong-wook
Schnitt
Fiona DeSouza · Michael Harrowes
Darsteller
Florence Pugh (Charmian "Charlie" Ross) · Michael Shannon (Martin Kurtz) · Alexander Skarsgård (Gadi Becker) · Michael Moshonov (Shimon Litvak) · Simona Brown (Rachel)
Länge
338 (sechs Episoden) Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Literaturverfilmung | Serie | Spionagefilm | Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Universal
DVD kaufen

Diskussion

Die Neuverfilmung eines Romans von John le Carré, in der eine linksradikale britische Schauspielerin vom israelischen Geheimdienst Mossad überzeugt wird, eine palästinensische Terrororganisation zu unterwandern. Auffallend an der sechsteiligen Miniserie ist vor allem die Wahl von Park Chan-wook als Regisseur, dessen Stilwillen Schwierigkeiten mit der recht langatmigen Erzählführung hat.

Es ist eine Kombination, die sich nicht unbedingt aufdrängt. Auf der einen Seite John le Carré, der elegante britische Spion und Spionage-Romancier, der seit Jahrzehnten die Traumata klandestiner Existenzen in massentaugliche Zurückhaltung gießt. Auf der anderen Park Chan-wook, virtuoser Genre-Regisseur aus Südkorea mit schrillem Stilwillen. Ästhetisch nicht diametrale Gegenstücke, aber doch Schöpfer mit eher geringer Schnittmenge. Es sind diese unrhythmisch gegeneinanderschlagenden Herzen von „Die Libelle“, welche die neue BBC- und AMC-Miniserie vor der Mittelmäßigkeit retten.

Von Park Chan-wooks ungewöhnlichen Perspektiven, den elaborierten Kamerafahrten und seinen sexuellen und gewalttätigen Grenzgängen bleibt im öffentlich-rechtlichen Fernseh-Korsett auf den ersten Blick nur wenig. Hinter der Stimme von le Carrés Vorlage – in Original „The Little Drummer Girl“ – vernimmt man die des Auteurs nur noch gedämpft. Doch das passt eigentlich ganz hervorragend zu einer Geschichte, in der die Figuren nie sie selbst sein können, weil ein authentisches Selbst in ihrer Welt angreifbar macht. Die Vision des koreanischen Filmemachers brodelt u

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren