Breakthrough - Zurück ins Leben

Biopic | USA 2019 | 117 Minuten

Regie: Roxann Dawson

Im Winter 2015 bricht ein 14-Jähriger aus Missouri beim Spielen auf einem zugefrorenen See ein und wird von den Ärzten für klinisch tot erklärt. Seine tiefgläubige Adoptivmutter will das aber nicht akzeptieren und betet so lange für den Jungen, bis der ein paar Tage später tatsächlich wieder zum Leben erwacht. Das Drama nach wahren Geschehnissen konzentriert sich vornehmlich auf die Figur der Mutter und profitiert von einer eindringlichen Darstellerin. Zwischen einer semidokumentarisch anmutenden Erzählweise und den narrativen Strukturen gefühlsbetonter „christlicher Filme“ zelebriert das solide inszenierte Werk standfesten Glauben als unverrückbare Gewissheit. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
BREAKTHROUGH
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Roxann Dawson
Buch
Grant Nieporte
Kamera
Zoran Popovic
Musik
Marcelo Zarvos
Schnitt
Maysie Hoy
Darsteller
Chrissy Metz (Joyce Smith) · Topher Grace (Pastor Jason Noble) · Josh Lucas (Brian Smith) · Marcel Ruiz (John Smith) · Mike Colter (Tommy Shine)
Länge
117 Minuten
Kinostart
16.05.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Biopic | Drama
Diskussion

Solide inszeniertes Drama über einen klinisch für tot erklärten Jungen und seine Mutter, die unerschütterlich für seine Rückkehr ins Leben betet. Ein zwischen semidokumentarischer Erzählweise und Melodramatik angelegter „christlicher Film“.

Missouri im Januar 2015. An einem sonnigen Feiertag tollt der 14-jährige John mit zwei Schulfreunden auf dem eingefrorenen Lake St. Louis herum. Die Jungen missachten Warnungen und wagen sich aufs brüchige Eis hinaus. Ihre übermütigen Spiele werden jäh unterbrochen, als sich die Befürchtungen der Anwohner bewahrheiten. Während es Johns Freunde mit viel Glück schaffen, sich aus dem eiskalten Wasser zu retten, sinkt der 14-Jährige tief unter die Oberfläche.

Als 15 Minuten später Hilfe eintrifft, ist sein Körper leblos. Eine Dreiviertelstunde danach wird der Junge im Ortskrankenhaus für klinisch tot erklärt. Auch ein berühmter Spezialist aus der nahen Stadt kann den verzweifelten Eltern keine Hoffnungen machen. Selbst wenn Johns Herz wieder schlagen sollte, werden Gehirn und Organe absterben. Doch Johns Adoptivmutter Joyce will das Verdikt der Ärzte nicht hören. Ihr Vertrauen auf Gott ist unerschütterlich. Auf ihn verlässt sie sich in ihrer Not. Und Gott scheint sie zu hören.

Die Geschichte eines Wunders

Diese Geschichte eines modernen Wunders, der Auferstehung eines kleinen Jungen, dem alle Künste der modernen Medizin nicht mehr helfen konnten, ist keine Erfindung fantasiebegabter Autoren, sondern hat tatsächlich stattgefunden. Johns totes Herz begann nach mehreren Tagen tatsächlich wieder zu schlagen. Ein paar Wochen später ging er wieder zur Schule und spielte Basketball mit seinen Freunden.

Natürlich blieb diese wundersame Rettung nicht unbeachtet. Zwei Jahre später erschien die Geschichte als Buch (Joyce Smith: „The Impossible: The Miraculous Story of a Mother’s Faith und Her Child’s Resurrection“). Und angesichts der um sich greifenden Welle „christlicher Filme“, die durch den Zuspruch aus evangelikalen US-Kirchengemeinden steigende Erfolge erzielen, überrascht es nicht, dass die großen Hollywood-Studios mit ihrem wachsenden Interesse an diesem Genre die Geschichte rasch als Film umsetzten.

Das Werk professioneller Filmemacher

Während Filme dieser Art, die meist eine Gratwanderung zwischen biederen Nacherzählungen von „Real Life“-Storys und religiösen Melodramen sind, in früheren Jahren fast ausschließlich billig gemachte Werke kleiner, oft von Kirchen finanzierter Firmen waren, lassen neuere Filme wie I Can Only Imagine oder „Breakthrough“ die Handschrift professioneller Produzenten und Regisseure erkennen. Roxann Dawson, die „Breakthrough“ inszeniert hat, ist eine seit Jahrzehnte bewährte Fernsehregisseurin, die 1999 mit einem Beitrag zur „Star Trek: Raumschiff Voyager“-Serie debütierte. Sie weiß, wie man Storys verfilmen muss, um sie nicht in routinehafter Sentimentalität ertrinken zu lassen. Mit Chrissy Metz stand ihr eine eindringliche Schauspielerin zur Verfügung, mit deren Hilfe hier eigentlich weniger die Story des 14-jährigen Jungen erzählt wird als vielmehr die Geschichte der Mutter, deren Glaubensstärke die Darstellerin auch in Augenblicken zu vermitteln vermag, die leicht ins Peinliche abgleiten könnten.

Es ist keineswegs überraschend, dass einige US-Kritiker (vor allem jene, die mit der religiösen Botschaft nichts anfangen können), den Film auch politisch interpretiert haben. „In Trumps Amerika wird der Glaube an Wunder geradezu zum neuen Mainstream“, heißt es beispielsweise in der Fachzeitschrift „Variety“. „Der Film ist nicht nur eine Affirmation des christlichen Glaubens; er ist eine mitfühlende Zelebration der Verneinung des Zweifels. Er sagt zu seinem Publikum: Wenn dein Glaube stark genug ist, dann bist du beschützt, was auch immer passiert.“

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