Porträt einer jungen Frau in Flammen

Drama | Frankreich 2019 | 122 Minuten

Regie: Céline Sciamma

Im 18. Jahrhundert wird eine Malerin beauftragt, auf einer bretonischen Insel das Porträt einer jungen Frau für deren zukünftigen Ehemann anzufertigen. Nach einer zögerlichen Anfangsphase kommen sich die beiden Frauen näher und beginnen in der Abgeschiedenheit des Anwesens eine Liebesbeziehung, der mit der absehbaren Fertigstellung des Porträts ein baldiges Ende bevorsteht. Der konzentriert und äußerst präzise inszenierte Liebesfilm reflektiert im historischen Rahmen gesellschaftliche Zwänge über diverse Perspektivwechsel, die über kleine meisterhafte Verschiebungen eine dezidiert weibliche Erfahrung abbilden. Die vielfältigen inneren Dramen der Figuren finden im nuancierten Spiel der Darstellerinnen eine bravouröse Umsetzung. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
PORTRAIT DE LA JEUNE FILLE EN FEU
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2019
Regie
Céline Sciamma
Buch
Céline Sciamma
Kamera
Claire Mathon
Schnitt
Julien Lacheray
Darsteller
Adèle Haenel (Héloïse) · Noémie Merlant (Marianne) · Luàna Bajrami (Sophie) · Valeria Golino (Die Herzogin) · Christel Baras (Engelmacherin)
Länge
122 Minuten
Kinostart
31.10.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Historienfilm

Heimkino

Verleih DVD
Alamode/Al!ve
Verleih Blu-ray
Alamode/Al!ve
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Ein historischer Liebesfilm der Französin Céline Sciamma über eine Malerin, die im 18. Jahrhundert eine junge Frau vor deren Verehelichung porträtieren soll, was nach anfänglichem zögerlichem Umgang zu größerer Vertrautheit und einer Liebesbeziehung führt.

Diskussion

Lange bleibt Héloïses (Adèle Haenel) Gesicht verborgen. Sie verweigert es dem Porträtmaler, den ihre Mutter angeheuert hat und sie verweigert es dem für sie auserkorenen Ehemann, der in Mailand auf ein Bild seiner zukünftigen Frau wartet. Die Leinwand, die der Maler nach seiner Abreise hinterlässt, zeigt den feinen Pinselstrich, der das grüne Kleid vom Saum bis zum Dekolleté bis ins kleinste Detail abbildet, Héloïses Gesicht aber als eine grob verwischte Leere zurücklässt. Nun soll Marianne (Noémie Merlant) das Porträt für den unbekannten Ehemann malen. Als Dienstmädchen getarnt, reist die Malerin auf die abgelegene Insel in der Bretagne. Zwar wird sie Héloïses Gesicht sehen, aber nur als traurige Maske, die kein Lächeln, keine Bewegung der markanten Augenbrauen und keinen Teil der Persönlichkeit preisgibt, die sich dahinter verbirgt. Marianne findet nur die gleiche Leerstelle, die bereits der Maler vor ihr sah.

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