4K UHD. | Südkorea 2019 | 132 Minuten

Regie: Bong Joon-ho

Der Sohn einer armen Familie ergaunert sich den Job eines Privatlehrers bei einer neureichen Familie und bringt nach und nach seine Angehörigen in dem lichten Haus über der Stadt Seoul unter. Allerdings entpuppt sich der Gegensatz von Arm und Reich, Oben und Unten, Wirt und Parasit im Laufe der Handlung als mehrdeutig, bis ein sintflutartiger Wolkenschauer die Statik der Verhältnisse gänzlich zum Einsturz bringt. Die stylische Gesellschaftsgroteske schraubt sich in immer absurdere Höhen, handelt im Kern aber von einer Gesellschaft, in der Gier und Maßlosigkeit das Verhalten bestimmen. Ein souverän inszenierter Genre-Hybrid aus Drama, Farce und Parabel, der über die koreanischen Verhältnisse hinaus auf eine fundamentale Kritik des westlichen Lebens-, Arbeits- und Konsummodells zielt. Ab dem 13. Februar 2020 kommt auch eine eigens von Regisseur und Kameramann konzipierte Schwarz-weiß-Fassung in die deutschen Kinos. Laut Regisseur soll es den Charakterzeichnungen der Handelnden "mehr Melancholie" verleihen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
GISAENGCHUNG
Produktionsland
Südkorea
Produktionsjahr
2019
Regie
Bong Joon-ho
Buch
Bong Joon-ho · Han Jin-won
Kamera
Hong Kyung-pyo
Musik
Jaeil Jung
Schnitt
Yang Jin-mo
Darsteller
Song Kang-ho (Ki-taek) · Cho Yeo-Jeong (Yeon-kyo) · Park So-dam (Ki-jung) · Chang Hyae Jin (Chung-sook) · Jung Hyeon-jun (Da-song)
Länge
132 Minuten
Kinostart
13.02.2020
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
4K UHD. | Drama | Satire | Thriller

Heimkino

Die Extras der Standard-Editionen (DVD & BD) enthalten keine bemerkenswerten Extras. Die beiden zudem erhältlichen Varianten des Mediabooks (Capelight & Koch) enthalten indes eine Bonus-Disk mit ausführlichen zumeist auf Interviews basierenden Features. Hierunter finden sich eine auf dem Filmfest München 2019 abgehaltene „Q & A“-Diskussionsrunde (52 Min.) mit Bong, die Einführung und Nachbesprechung der Premiere auf dem Filmfestival in Toronto mit Regisseur und den beiden Darstellern Kang-ho Song & Woo-sik Choi (16 Min.) sowie ein ebenfalls dort geleitetes Werkstattgespräch mit dem Regisseur (63 Min.). Die Mediabooks sind mit dem Silberling 2020 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Koch (16.9, 2.35:1, DD5.1 korean./dt.)
Verleih Blu-ray
Koch & Capelight Koch (16.9, 2.35:1, dts-HDMA korean./dt.)
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Stylische Gesellschaftsfarce um eine arme Familie aus Seoul, die sich bei einer fast spiegelbildlichen Familie aus der Oberschicht unentbehrlich macht, bis ein sintflutartiger Regen alle Verhältnisse zum Einsturz bringt.

Diskussion

Der Sohn der armen Familie Kim ergaunert sich durch einen glücklichen Zufall einen Job als Privatlehrer bei einer reichen Familie. Die Parks wirken wie das Idealbild eines vierköpfigen, gut ausgebildeten, neureichen Haushalts der modernen urbanen Elite: Vater Park ist Geschäftsführer in einer IT-Firma, eine Art Workaholic, seine Frau ist gutaussehend und ausschließlich mit dem Wohlergehen der Kinder, mit Diäten und Modefragen beschäftigt. Die Kinder sind ein pubertierendes Mädchen im High-School-Alter und ein Sohn auf der Grundschule.

Wie ein trauriger Spiegel dieser Verhältnisse wirkt dagegen die ebenfalls vierköpfige Familie Kim. Eine arme, schlecht ernährte und wenig gepflegte und – das wird im Film mehrfach thematisiert – stinkende Familie aus der koreanischen Unterklasse.

Wer ist hier der Schmarotzer?

Mit der unverhofften Anstellung des Sohnes beginnt eine Hochstapler-Geschichte: Familie Kim schleicht sich in die Oberklassen-Familie hinein, manipuliert sie durch Tricks und infiltriert sie systematisch. Insofern ist „Parasite“ ein klassischer „Home Invasion“-Film, bei dem eine Familie von Fremden in ihrem Haus bedr&a

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