Dokumentarfilm | Deutschland/Österreich 2019 | 95 Minuten

Regie: Maryam Zaree

Die Schauspielerin Maryam Zaree erkundet die Umstände ihre Geburt im berüchtigten Evin-Foltergefängnis in Teheran, wo sie 1983 zur Welt kam. Ihre Mutter aber kann über diese Zeit nicht sprechen, obwohl die Traumatisierungen das Leben der Familie grundieren. Auf ihrer Recherche deckt die Dokumentaristin entsetzliche Details der iranischen Terrorherrschaft auf, kommt aber auch den Mechanismen auf die Spur, mit denen extreme Leiderfahrungen über Generationen hinweg weitergegeben werden. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
BORN IN EVIN
Produktionsland
Deutschland/Österreich
Produktionsjahr
2019
Regie
Maryam Zaree
Buch
Maryam Zaree
Kamera
Siri Klug
Schnitt
Dieter Pichler
Länge
95 Minuten
Kinostart
17.10.2019
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Die Schauspielerin Maryam Zaree erkundet die Umstände ihrer Geburt im Teheraner Foltergefängnis Evin und schüttelt endlich das erdrückende Schweigen in ihrer Familie ab, unter dem die Traumatisierungen bislang weiterwirken.

Diskussion

Im jüdischen Talmud gibt es eine Passage, in der die traumatischen Dimensionen beschrieben werden, die jeder Geburt innewohnen: eine brennende Kerze über dem Kopf des noch Ungeborenen symbolisiert seine Teilhabe an einem unbegrenzten Wissen, doch beim Austritt aus dem Mutterleib schlägt ein Engel das Kind und löscht das Licht, um es dazu zu bewegen, in die Welt hinauszugehen. Leben heißt somit, die Erinnerung an das Verlorene zurückzugewinnen.

Die in Deutschland lebende Schauspielerin und Regisseurin Maryam Zaree beginnt ihren „Born in Evin“ mit dieser metaphorischen Szene, um über die ihr unbekannten Umstände ihres eignen Zur-Welt-Kommens nachzudenken. Zaree kam 1983 in dem Teheraner Foltergefängnis Evin zur Welt, in einer Situation extremer politischer Repression.

Ihre biografischen Leerstellen setzen eine Erinnerungsarbeit in Gang, die über Zarees eigene Familienzusammenhänge hinausgeht und nach den Bedingungen des kollektiven Gedächtnisses fragt. Der Beginn verweist mit einer Schwarzbild-Sequenz auch auf das, was undarstellbar und abwesend bleibt &n

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren