Heimsuchung (2018)

Satire | Deutschland 2018 | 94 Minuten

Regie: Wolfgang Andrä

Als ein neues Gesetz die Deutschen verpflichtet, Migranten bei sich aufzunehmen, ertrotzen sich drei Bewohner einer Reihenhaussiedlung das Privileg, sich selbst einen Flüchtling aussuchen zu dürfen. In einem Kellerraum wird ein Verhör improvisiert, bei dem drei Mitbewohner-Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft werden, bis diese auf einmal das Heft in der Hand halten. Low-Budget-Satire mit überspitzten Figuren, die für verbreitete Haltungen zu Migrations- und Flüchtlingspolitik stehen. Obwohl dem Film der Balanceakt zwischen Komik und Tragik durchaus gelingt, entzieht er sich doch dem beklemmenden Aspekt seiner realen Wurzeln. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Wolfgang Andrä
Buch
Wolfgang Andrä
Kamera
Marius Böttcher
Schnitt
Wolfgang Andrä
Darsteller
Markus Fennert (Herr Richter) · Walid Al-Atiyat (Djadi Jarrah) · Elisabeth Heckel (Betti Offenhäuser) · Husam Chadat (Abbas Kahlawi) · Ulrike Schuster (Frau Rau)
Länge
94 Minuten
Kinostart
24.10.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Satire

Low-Budget-Komödie über drei Nachbarn, die durch ein neues Gesetz verpflichtet sind, Flüchtlinge aufzunehmen, ihre Auswahl aber selbst treffen wollen.

Diskussion

Saubere Klinkerfassaden formieren sich zu einer kleinen Reihenhaussiedlung, die wie all ihre vorstädtischen Geschwister natürlich auch einen Blockwart braucht: In „Heimsuchung“ von Wolfgang Andrä ist das Herr Richter. Sein direkt in die Kamera gesprochener und damit an den Zuschauer gerichteter Monolog eröffnet den Low-Budget-Film, in einer Feuerschale verbrennt er symbolträchtig das deutsche Grundgesetz. Eine Texttafel verortet das Geschehen in der Zukunft. Deutsche Bürger seien laut dem neuen „Integrationsgesetz“ dazu verpflichtet, Flüchtlinge in ihren Privathaushalten aufzunehmen; für die Zuordnung via Algorithmus sorge eine künstliche Intelligenz.

Herr Richter hält nicht viel von Integrationsgesetz, Flüchtlingsströmen und Willkommensmentalität, ist aber ein scheinbar überkorrekter Paragrafenreiter mit so ausgeprägter Kleingärtner-Mentalität, dass er sich den Bürgerpflichten gerne beugt – und auf dem Weg zum Flüch

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