The Wolf of Snow Hollow

Horror | USA 2020 | 83 Minuten

Regie: Jim Cummings

Horrorkomödie über eine Kleinstadt in den Rocky Mountains, die von einem Werwolf heimgesucht zu werden scheint. Nur ein Polizist zweifelt an einem übersinnlichen Wesen als Täter in einer Reihe von Fällen grausiger Frauenmorde und macht sich auf, um den Fall durch klassische Polizeiarbeit zu lösen. Zugleich will er dabei seinen Vater, den alten Sheriff, von seinen Qualitäten überzeugen. Während die Schauspieler durchaus einen guten Eindruck hinterlassen, ist der Plot dürftig und auch nicht sonderlich lustig. Gezielte Geschmacklosigkeiten können die inszenatorische Ideenlosigkeit nicht kaschieren. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE WOLF OF SNOW HOLLOW
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Jim Cummings
Buch
Jim Cummings
Kamera
Natalie Kingston
Musik
Ben Lovett
Schnitt
Patrick Nelson Barnes · R. Brett Thomas
Darsteller
Jim Cummings (John Marshall) · Riki Lindhome (Detective Julia Robson) · Robert Forster (Sheriff Hadley) · Chloe East (Jenna Marshall) · Will Madden (Paul Carnury)
Länge
83 Minuten
Kinostart
-
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Horror | Komödie

Horror-Komödie um einen Kleinstadt-Cop in Utah, der es mit einer Reihe blutiger Frauenmorde zu tun bekommt. Ein Werwolf scheint sein Unwesen zu treiben.

Diskussion

Ein Werwolf scheint umzugehen in Snow Hollow, dieser idyllischen und verschnarchten Bergstadt in dem ausgedehnten Tal irgendwo in den Rocky Mountains. Junge Frauen werden bei Vollmond von einem riesigen zotteligen Wesen grausam ermordet. Der ersten Leiche fehlt der Unterleib, der zweiten hat es den Kopf abgetrennt. Selbst die Männer und Frauen der örtlichen Polizei glauben, dass sich dahinter ein übersinnliches Wesen verbirgt.

Aber nicht alle mögen sich mit dieser Vermutung abfinden: Officer John Marshall ist überzeugt, dass es eine rationale Erklärung für die Untaten gibt. Der Wolf ist ein großgewachsener Fake im entsprechenden Kostüm, dessen ist sich Marshall sicher. Der reichlich überspannte und vollkommen unberechenbare Polizist setzt alles daran, das Rätsel zu lösen. Und damit zugleich seine Tochter Jenna zu beschützen, die perfekt in das Beuteschema des Übeltäters zu passen scheint. Unvorsichtigerweise übergeht Jenna die über den Ort verhängte Ausgangssperre, um zu einem Stelldichein mit ihrem Freund zu gelangen. Prompt macht sie Bekanntschaft mit dem Monster. Eine gute Gelegenheit für ihren Vater, sich einmal für die so häufig von ihm enttäuschte Tochter ins Zeug zu legen.

Ein Monster mit Appetit auf Frauen & ein Cop mit Minderwertigkeitskomplexen

John hat auch ganz ohne Serienkiller schon zahlreiche Baustellen in seinem Leben. Die Mutter verließ ihn und den Vater in seiner Kindheit. Beängstigende Gewaltfantasien bemächtigen sich seiner, wenn er der Ortsgruppe der Anonymen Alkoholiker sein Herz ausschüttet. Und außerdem möchte er seinem Vater beweisen, dass er auch ein guter Polizist ist. Jim Cummings, Regisseur des Films und zugleich sein Hauptdarsteller, spielt den cholerischen Cop als zu kurz Gekommenen mit Minderwertigkeitskomplex.

Angeblich ist „The Wolf of Snow Hollow“ eine Horrorkomödie – eine zwiespältig hybride Genre-Bezeichnung, die durch häufige Verwendung nicht schlüssiger erscheint. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen dieser Filme, deren Plot für echten Horror zu dürftig ist und daher mit ein bisschen schwarzem Humor und optischen Geschmacklosigkeiten aufgepimpt werden muss. „The Wolf of Snow Hollow“ ist aber auch die letzte Rolle des großartigen Robert Forster, der den herzkranken alten Sheriff spielt – und den sein Sohn auch mit beinahe vierzig Jahren immer noch beeindrucken möchte. Wie gern würde der Junge selbst Sheriff werden!  Man hätte Forster, dem der Film gewidmet ist und der 2019 an einem Hirntumor starb, einen schöneren letzten Auftritt gewünscht. Andererseits gehört seine Figur zu den Einprägsamen des Films und erinnert mit ein bisschen gutem Willen sogar an Forsters Rolle des Max Cherry in „Jackie Brown“. Leider verfügt Regisseur Cummings nicht über den Einfallsreichtum von Quentin Tarantino.

Solide Darsteller können die Schwächen nicht auffangen

An den Schauspielern scheitert dieser Film ohnehin nicht: Da ist Riki Lindhome, deren nüchterne, lakonische Art ein bisschen an Frances McDormand in „Fargo“ erinnert. Und auch Jimmy Tatro, ein muskelbepackter Actiondarsteller (22 Jump Street), der in den USA vor allem als YouTube-Star bekannt ist, macht seine Sache anständig – wie auch Chloe East („True Blood“), die mit kaum 20 schon über enorme Leinwanderfahrung verfügt. Doch trotz all der ordentlichen Darsteller muss man nicht übermäßig kritisch sein, um am Ende zu konstatieren: Der elegische Beginn mit seiner ausgedehnten Kamerafahrt über die verschneiten bergigen Weiten Utahs hat eindeutig zu viel versprochen.

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