Schrei in die Vergangenheit

Drama | Großbritannien 1994 | 93 Minuten

Regie: Mike Figgis

Neuverfilmung von Terence Rattigans Bühnenstück. Die Demütigung und Vereinzelung eines Lehrers der klassischen Sprachen spiegelt psychologische und gesellschaftliche Auswirkungen einer auf strikte äußere Haltung und Konventionen bedachten Epoche. Ein zutiefst bewegendes Porträt langsamer seelischer Zerstörung, mit sorgfältiger, unsensationeller Genauigkeit inszeniert und von Albert Finney eindringlich dargestellt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
THE BROWNING VERSION
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
1994
Regie
Mike Figgis
Buch
Ronald Harwood
Kamera
Jean-François Robin
Musik
Mark Isham
Schnitt
Hervé Schneid
Darsteller
Albert Finney (Andrew Crocker-Harris) · Greta Scacchi (Laura Crocker-Harris) · Matthew Modine (Frank Hunter) · Julian Sands (Tom Gilbert) · Michael Gambon (Dr. Frobisher)
Länge
93 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Diskussion
"The Browning Version" ("Konflikt des Herzens",fd 1459), 1951 gedreht, ist einer der großen Filme des englischen Kinos m der Ara Alexander Kordas. Sein Regisseur Anthony Asquith, geriet sehr zu Unrecht in Vergessenheit. Seine psychologisch genauen, kammerspielhaften Filme erweisen sich auch heute noch als verbindliche Beschreibungen einer Epoche und eines Lebensstils. Es wird Zeit, Asquith (1902-1968) aus dem Schattendasein zu befreien, das er seit Jahrzehnten hinter seinen prominenten Laridsleuten Caroli Reed und David Lern führt.

Wer immer Asquilhs "The Browning Version" einmal gesehen hat, wird den Film und die Überzeugungskraft seines Hauptdarstellers Michael Redgrave nicht vergessen haben. Um so, mehr erstauntes zunächst, daß ein junger Regisseur wie Mike Figgis (siehe fd 13/1993 und fd 16/1994) es unternimmt den "Klassiker" neu zu : verfilmen. Figgis wagt sich -, nach zwei kommerziellen Mißerfolgen in den USA ("Todestraum", fd 30 360, "Mr. Jones", fd 30 748) - zum ersten Mal an einen Stoff, der nicht nur zu den konstanten Bühnenerfolgen seines Heimatlandes gehört, sondern der auch bereits so vorbildlich auf die Leinwand gebracht wurde, daß eine Steigerung kaum vorstellbar ist. Von seinen bisherigen Arbeiten: her - so faszinierend sie auf ihre Weise auch sein mögen - scheint Figgis überdies kaum prädestiniert, sich mit einem so "entlegenen" Sujet wie dem Stück Terence Rattigans zu befassen. Figgis war stets am besten, wenn er zeitgenössische Themen mit zumindest gemäßigtem Action-Einfluß behandelte. Doch daß ihn die Figur des Lehrers Crocker-Ha

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