Moshé Mizrahi (5.9.1931-3.8.2018)

Donnerstag, 09.08.2018

Der israelische Regisseur war ein Grenzgänger zwischen den Welten, der insbesondere weiblichen Figuren intime Momente des Innehaltens schenkte.

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Ganz in schwarz gekleidet nimmt Clara (Gila Almagor) Abschied von ihrem Sohn Sami. Während sie in der einen Hand angespannt ein blau-weißes Taschentuch zerknüllt, fährt sie mit der anderen zärtlich durch Samis Haare und reißt ihn an sich. Dann dreht sich der Junge um und zieht los, um in den Krieg zu gehen. Sie bleibt allein zurück. Die Kamera verharrt auf ihrem verkrampften Gesicht, den vom Weinen blutunterlaufenen Augen (in „Das Haus in der dritten Straße“, 1973).

Madame Rosa (Simone Signoret) schleppt sich keuchend die Treppen eines Pariser Mietshauses hoch – ein Bild, das man schon zuvor gesehen hat. Doch anders als zu Beginn von „Madame Rosa“ (1977) wird die Titelfigur nicht auf jeder Etage freundlich gegrüßt, sondern bleibt entkräftet stehen, reckt den Kopf nach oben und bricht zusammen. Als der Arzt später ihren Blutdruck misst, wird die tätowierte KZ-Häftlingsnummer auf ihrem Arm sichtbar.

Ausdruckslos, nahezu geisterhaft überquert Rebecca (Michal Bat-Adam) in

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