Das Kino und die Kinder

Freitag, 05.10.2018

Kindheitsgeschichten spielen im Kino eine große Rolle. Doch nicht jeder Film mit oder über Kinder ist für das junge Publikum gedacht. Über den unerschöpflichen Reichtum der Kindheit für große und kleine Menschen.

Diskussion

Nicht jeder Film, der über die Kindheit oder aus der Perspektive von Kindern erzählt, ist primär für ein junges Publikum gedacht. Die frühen Jahre sind auch deshalb ein Topos der Filmgeschichte, weil sich retrospektiv vieles erst richtig sortieren, einordnen und differenzieren lässt. Kinder halten Erwachsenen im Kino häufig einen Spiegel vor und fordern sie durch ihre direkte Art und Weise heraus. Und zwar oft weniger unschuldig oder naiv als man denkt.


Zucchini, Frida und Yves haben ihre Eltern verloren. Sie sind gestorben oder schon lange fort. Was sollen die Zurückgebliebenen nur mit all ihrer Trauer anstellen? Wer wird mit ihnen kuscheln oder spielen? Wer beim Großwerden begleiten? Der neunjährige Zucchini mit seinen blauen Haaren und großen Augen, der Protagonist aus „Mein Leben als Zucchini“ (2016) findet im Kinderheim „Haus der Springbrunnen“ nach und nach Freunde, ein neues Zuhause und in dem Polizisten Raymond schließlich sogar einen Pflegevater. In „Fridas Sommer“ (2017) kommt die Titelfigur nach dem Tod der Mutter zur Familie ihres Onkels, wo sie wie ein eigenes Kind aufgenommen wird, auch wenn das Mädchen mit seiner Verschlossenheit und seinen Machtspielchen immer wieder an den Nerven zerrt. Auch der achtjährige Yves aus „Finsteres Glück“ (2016) findet eine engagierte Fürsprecherin. Er hat seine Familie bei einem Autounfall verloren, den sein Vater – offenbar absichtlich – verursacht hat. Nur Yves überlebte. Die Psychologin Eliane kümmert sich fortan um das traumatisierte Kind. Berührt vom Los des Jungen, wird ihr bewusst, dass auch auf ihr und ihren beiden Töchtern ein bislang unverarbeiteter Schicksalsschlag lastet.


Kinderfilme und Filme über Kindheit

Drei Filme. Drei Kinder mit ähnlichen Schicksalen. Drei Geschichten, die trotz aller Tragik aber auch eine Zuversicht in sich tragen. Doch während der Puppentrickfilm „Mein Leben als Zucchini“ einfühlsam-humorvoll und auf

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