Kurzschluss: Schicksalsschläge (arte)

Mittwoch, 15.05.2019

25.5., 00.20-01.15, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Das Programm der heutigen Ausgabe des Kurzfilm-Magazins versammelt Filme, die durch die Intensität und Härte ihrer Sujets an die Substanz gehen. Der Kolumbier Jacques Toulemonde (Vidal), Co-Drehbuchautor der gefeierten Spielfilme Der Schamane und die Schlange und Birds of Passage, thematisiert in „Unsere Toten“ eine Liebesbeziehung, die gefährdet ist, weil ihr weiblicher Part zwar romantische und liebevolle Züge besitzt, zugleich aber als mitleidlose Kriegerin schwerer Kriegsverbrechen beschuldigt wird. Im spanischen Animationsfilm „Tote Pferde“ von Anna Solanas und Marc Riba wird ein Junge, der durch ein Kriegsgebiet flieht, mit Horden toter Pferde konfrontiert.

Bilder von traumatischen Kindheiten bieten auch die beiden Filme, die dieses Jahr in das Rennen um den Kurzfilm-„Oscar“ gingen und im Rahmen der Sendung beziehungsweise im Anschluss gezeigt werden: Der kanadische Kurzfilm „Mutproben“ von Jérémy Comte erzählt von einer gefährlichen Situation, in der sich zwei Jungen durch ihren Übermut und den Drang nach Herausforderungen wiederfinden, als sie eines Tages einen abgesperrten Tagebau betreten. Comte darf bei „Kurzschluss“ ebenso Stellung zu seinem Werk nehmen wie der Ire Vincent Lambe. Dieser griff für „In Gewahrsam“ (01.15-01.50) die wahre Geschichte zweier damals Zehnjähriger auf, die 1993 einen zwei Jahre alten Jungen aus einem Einkaufszentrum entführten und ermordeten. Der Film rekonstruiert ihre Polizeiverhöre mit Schauspielern. Für eine Kontroverse sorgte er, weil er ohne die Zustimmung der Eltern des realen Opfers entstand. – Ab 16.


Foto aus„In Gewahrsam“: Network Ireland Television/arte

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