Daniel Brühl in „Good Bye, Lenin!“ (© ZDF/Conny Klein/X-Filme/Beta Film)

Good Bye, Lenin!

Melancholische Komödie von Wolfgang Becker - bis 30.6. in der 3sat-Mediathek

Veröffentlicht am
01.06.2026 - 09:30:43
Diskussion

In „Good Bye, Lenin!“ von Wolfgang Becker kulminiert im Jahr 2003 das nicht nur im Kino virulente Phänomen der „Ostalgie“, das die DDR weniger als brutalen Unterdrückungsstaat denn als kuriose, warmherzig erinnerte Heimat mit Makeln verstanden wissen wollte.

Der Film erzählt die Geschichte einer überzeugten Sozialistin (Katrin Saß), die in den letzten Tagen der DDR ins Koma fällt und erst nach der Wiedervereinigung wieder aufwacht. Um ihr schwaches Herz zu schonen, wird ihr von ihrem 21-jährigen Sohn Alex (Daniel Brühl) und ihrer Tochter (Maria Simon) vorgegaukelt, dass die DDR noch immer existiere. Das verlangt den Kindern und deren Freunden einen enormen Einsatz und eine große Improvisationskraft ab, droht auf Dauer aber wie ein Kartenhaus in sich zusammenzufallen.

Die schöne Grundidee führt zu einer tragikomischen Abfolge von Ereignissen, die in der melancholischen Komödie mit ansprechenden Ideen und hervorragenden darstellerischen Leistungen, mitunter aber auch etwas fehlender Konsequenz und plakativen Einfällen zusammenkommen. Trotz aller berechtigten Einwände gegen Verharmlosungen des DDR-Staats bleibt der Film vor allem als liebevolle Ansammlung skurriler Details und Figuren in Erinnerung. – Ab 14.

Zur Filmkritik Zum Streaming

Jetzt den FILMDIENST-Newsletter bestellen

Ja, ich möchte wöchentlich den FILMDIENST-Newsletter abonnieren. 
 
In jedem Newsletter befindet sich ein Link zum Abbestellen. 
 
Hinweise zum Widerruf und der Verarbeitung der Daten geben wir in unserer Datenschutzerklärung.
Kommentar verfassen

Kommentieren