Nach dem gleichnamigen Roman von Julia Franck entwirft der Film das sich von der Weimarer Republik bis in die 1950er-Jahre erstreckende Porträt einer an ihrer Entwicklung gehinderten Frau (Mala Emde), die nicht bereit ist, den Traum von einem selbstbestimmten Leben aufzugeben. Die in Rückblenden entfaltete Lebens- und Leidensgeschichte spart weder das tabulose Berlin der 1920er-Jahre noch die autoritäre Tumbheit der NS-Zeit aus, fokussiert aber schmerzhaft-intensiv auf das Schicksal der Frauen.
Mitunter entfernt sich die Handlung von den Härten der Zeit und wirft einen zweiten, träumerischen Blick auf eine zerrissene Existenz. Die Inszenierung von Barbara Albert kippt nicht in ein bleischweres Melodram, sondern entwirft eine Leidensgeschichte, in der jede Wendung die Beweggründe der Protagonistin umso schärfer hervortreten lässt. - Sehenswert ab 16.