Der junge Belarusse Alexej (Franz Rogowski) flieht nach Frankreich und schließt sich der Fremdenlegion an, die ihm die Aussicht auf die französische Staatsbürgerschaft bietet und nicht nach seiner Vorgeschichte fragt. Der Afrikaner Jomo (Morr Ndiaye) kämpft derweil in dem durch die Ölindustrie verseuchten Nigerdelta bei einer Rebellengruppe ums Überleben seiner Gemeinschaft. Die Schicksale beider Männer überkreuzen sich und können fortan nicht mehr auseinanderdividiert werden.
Das expressive, verführerische Drama um Migration, Identität, Fremdenlegion, Guerillakampf und Umweltkatastrophe orientiert sich weniger an den erzählerischen Zusammenhängen als an Körperbildern und Oberflächen. Der italienische Filmemacher Giacomo Abbruzzese filmt die Fremdenlegion, ähnlich wie Claire Denis in „Beau Travail“, mit einem faszinierten Blick für Körper. Anders als die soldatischen Körper im Kriegsfilm laden sie trotz Verausgabung und Schlamm im Gesicht geradezu dazu ein, ästhetisch betrachtet zu werden. Außergewöhnliche Darsteller, die exzellente Kameraarbeit von Hélène Louvart und ein pulsierender Soundtrack machen das experimentelle Zeitbild zum sensuellen Erlebnis. – Sehenswert ab 16.