Zeit seines Lebens widersetzte sich australische Agrarwissenschaftler Anthony Rinaudo der Ausbreitung der Wüste. Sein Name ist mit dem ehrgeizigen Projekt der „großen grünen Mauer“ verbunden, die sich auf 7000 Kilometer quer durch Afrika erstrecken und die Sahelzone wieder zu einem fruchtbaren Ort machen soll. Seit vierzig Jahren versucht er, den vermeintlich toten Boden in Afrika zu vitalisieren und aus dem unterirdischen Wurzelwerk neue Wälder und Felder zu kultivieren. Zentral war dabei die Erkenntnis, dass es beim Kampf gegen die Dürre vor allem auf das unterirdische Wurzelwerk ankommt, das die Vegetation auf vielfältige Weise miteinander verbindet.
Regisseur Volker Schlöndorff hat mit „Der Waldmacher“ (2021) seinen allerersten Dokumentarfilm gedreht. Darin begleitet er Anthony Rinaudo bei seinen Aktionen in Afrika gegen die Ausbreitung der Wüsten und gegen die Verelendung der Bevölkerung. Der optimistische Film porträtiert einen sympathischen Mann, der ohne jeden Überlegenheitsduktus für eine bessere Zukunft der afrikanischen Landbevölkerung eintritt. Zugleich wird das Wissen zum Thema gebündelt, wobei neben Rinaudo vor allem die Einheimischen zu Wort kommen.
Neben der Hommage an Rinaudo ging es Schlöndorff vor allem auch um dessen Entdeckung des „unterirdischen Waldes“ und die praktische Bewährung dieser Idee. Die Perspektive des Films ist dabei das Staunen über die Möglichkeiten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. – Sehenswert ab 14.
Lesehinweis
Ein Interview mit Volker Schlöndorff über den Film, seine Erfahrungen in Afrika mitsamt der mühevollen Dreharbeiten und witzige Anekdoten während der Kinotour von „Der Waldmacher“.