Als die Taliban am 15. August 2021 Kabul einnehmen, bricht in der afghanischen Hauptstadt Chaos aus. Viele Menschen, die sich gegen das Regime stellten, bangen um ihr Leben; westliche Diplomaten und Truppen planen Hals über Kopf die Evakuierung. Die sechsteilige Miniserie, eine europäische Koproduktion, kreist aus unterschiedlichen Perspektiven um diese bewegten Tage und vor allem das Drama am Flughafen von Kabul, als Tausende Menschen verzweifelt das Land zu verlassen versuchten.
Im Zentrum steht eine afghanischen Familie, die exemplarisch für die Tragik der Afghanen steht, die für eine demokratische Alternative ihrer Gesellschaft gekämpft haben und jetzt mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Die Mutter Zahara (Darina Al Joundi) hat als engagierte Staatsanwältin Taliban-Kämpfer hinter Gitter gebracht und steht jetzt ganz oben auf der Todesliste. Ihre Tochter Amina (Hannah Abdoh) ist Ärztin, der Sohn Fazal (Shervin Alenabi) Soldat der afghanischen Armee, der auch für die CIA gearbeitet hat. Auch deshalb treibt das Familienoberhaupt Baqir (Vassilis Kukalawi) die Fluchtbemühungen schnell voran.
Neben ihnen geht es um französische und italienische Botschaftsmitarbeiter, deutsches BND-Personal und eine CIA-Einheit. Die multiperspektivisch erzählte Serie vermag durchaus zu fesseln, auch wenn nicht alle Handlungsstränge gleich gut erzählt sind und sich die Bedingungen einer europäischen Großproduktion kaum übersehen lassen. Als Erinnerung an das Leid der Afghanen und vor allem der afghanischen Frauen im Zug des dramatischen Machtwechsels hat die Serie aber durchaus ihre Meriten. - Ab 16.