In das abgeschiedene Lungnak-Tal im indischen Teil des Himalaya-Gebirges soll eine Straße gebaut werden und dieses an die Außenwelt anbinden. Das bedeutet Arbeit für viele der Bewohnerinnen und Bewohner und verspricht eine bessere Zukunft. Doch der harte Dienst auf der Baustelle sorgt auch für Einschnitte in die gewohnte Lebensweise, zumal viele der Bauern weiterhin auch Landwirtschaft und Viehzucht betreiben und oft weit in die Nacht hinein auf den Beinen sind. An Urlaub oder Arbeitserleichterungen beim Straßenbau ist zudem nicht zu denken.
Die Französin Marianne Chaud ist Anthropologin und Filmemacherin, die schon mehrfach Himalaya-Bewohner porträtiert hat. In diesem Dokumentarfilm konzentriert sie sich auf vier Hauptfiguren: Den skeptischen Großvater Tashi, der alle Veränderungen mit Zweifeln betrachtet, den Sprengmeister Norbu, die Bäuerin Dechen, die mit der Straße die Hoffnung auf Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder verbindet, und Lhamo, die von der Doppelbelastung Baustelle/Viehhaltung aufgerieben wird. Chaud kann die Protagonisten mit aufmerksamen Fragen zu offenherzigen Antworten bewegen und hält sich auch mit Kommentaren und ergänzenden Erklärungen nicht zurück. Dabei hält ihr Film Fortschrittseuphorie ebenso wie Sorgen und Wehmut über den Verlust der Tradition fest und kommt in Panoramabildern der beeindruckenden Naturkulisse immer wieder zur Ruhe. – Ab 14.