Konntemplativer Dokumentarfilm über die "Grande Chartreuse", das Ursprungskloster der Karthäusermönche nahe Grenoble. Ein Ort jenseits der Zeit, an dem die Mönche ihre Tage in tiefstem Schweigen verbringen. Diesem radikalen Lebensentwurf versucht die filmische Form gerecht zu werden. Der weitgehend wortlose, ganz dem rituellen Dasein der Mönche gewidmete Film bringt eine radikale, unzeitgemäße Existenzform nahe. - Sehenswert ab 16.
Mehrere Monate lang wird der Alltag auf der palliativmedizinischen Station des Berliner Franziskus-Krankenhauses begleitet. Der Film folgt Ärzten bei der Visite und bei Gesprächen, filmt Teamsitzungen und den leisen Austausch des Personals auf den Fluren. Über die Dauer von vier Stunden entsteht das Porträt eines geschützten Raums, in dem sich das Leben auch in der Aussicht auf den nahenden Tod als bedeutsam erweist. - Sehenswert ab 16.
Achtzig Jahre nach dem Kriegsende versammelt ein Interviewfilm elf Menschen aus den Jahrgängen 1920 bis 1936, die sich an ihre Erlebnisse und Erfahrungen während der NS-Zeit erinnern und daran, dass später davon kaum gesprochen wurde. Als Einblick ins kollektive Bewusstsein verdeutlicht der Film beispielhaft den Abgrund zwischen historischem Geschichtswissen und dem, was weiterhin „unsagbar“ bleibt. - Sehenswert ab 14.
Ein Jahr lang begleitet der Dokumentarfilm den „Circus Arena“ auf seinen Reisen durch Deutschland, wobei ein elfjähriger Junge zum Tourguide wird, der einen mitnimmt in seine Welt und das Leben zwischen Wohnwagen, Schule und Zirkuszelt zeigt. Im Wechsel zwischen beobachtender Doku und fantasievollem Zeichentrick entwickelt sich eine packende Dynamik, die eine fremde Lebenswelt eröffnet und mit Vorurteilen aufräumt. - Sehenswert ab 10.
30 Jahre nach den rassistischen Anschlägen in Mölln entdeckt Ibrahim Arslan, der den Brandanschlag 1992 als Kind überlebte, während drei Familienmitglieder getötet wurden, Hunderte Solidaritätsbriefe, die nie zugestellt wurden. Aus der Sicht der Opfer schildert der Film ihren Umgang mit den Traumata und den Kampf mit den Behörden. - Sehenswert ab 14.
Der in Schwarz-weiß gedrehte Dokumentarfilm widmet sich den Überlebenden und Hinterbliebenen des rassistischen Anschlags im Februar 2020 in Hanau. Er dokumentiert ihre Wut und Ohnmacht angesichts der Versäumnisse der Behörden und zeichnet ihre Bemühungen nach, das Andenken an die Opfer wachzuhalten. Der Film macht sichtbar, wie schwer es fällt, auf rassistische Verbrechen angemessen zu reagieren. - Sehenswert ab 14.